Startseite
    Random Crap
    FF-Pimp
    Desu Nôto
    WK
    POT
    Quotes I Like
    Kill Your Idols!
    Tivi Guide
    Steinbruch
    Fangirlism
    Statusbericht
  Archiv
  Ich Über Mich
  A FanGirl Mind
  Meine 7 FF-Gebote
  Fänfikschn!
  Die Katze!
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   
   Maddle
   Tsutsumi
   Prince Of Fanservice



http://myblog.de/kleine.aster

Gratis bloggen bei
myblog.de





Aus der 2. Reihe




Der Plan: Ich fand es damals irgendwie schade, dass Bakura und Marik keine echte kleine Abschiedsszene am Ende von BCT hatten...schließlich waren sie kein schlechtes Punk-Team. Und wenn man so zusammen Mord und Verderben anstrebt, kommt man sich doch näher, oder nicht...?^^ Ich hatte immer das Gefühl, es handelt sich irgendwie um eine verhinderte Liebesgeschichte. Das wollte ich hier ausdrücken.

Ist beinahe beendet worden. Aber das mit den zwei Bakuras ist wirklich verflucht anstrengend. OO“ Und auch insgesamt einfach zu viele POV-Wechsel. Ähm. Mein Lieblingspart: Maliks Kontaktanzeige.




*****

Man konnte vieles von Malik Ishtar behaupten – aber nicht, dass er vor drastischen Massnahmen zurückschreckte.

Trotzdem. Das hier war schon ziemlich verrückt.

Und zwar nicht auf die ihm vertraute Malik/Marik-Art verrückt, sondern auf eine vollkommen andere.

Menschlich verrückt. Zwischenmenschlich verrückt.

Das mochte er nicht so. Menschliches war nicht sein bevorzugter Wirkungsbereich.

Er spürte zwei Augenpaare im Rücken, als er entschlossen den Pier runterstapfte, auf die einsame Gestalt am Wasser zu.

Odeons Augen – irritiert, verwirrt und neugierig. Und Ishizus Augen –wie immer das Schlimmste vermutend.

Es tat ihm leid, was passiert war, aber dennoch – was diese Sache anging, da konnten sie ihn schlicht alle mal. Zurück in Kairo würde Ishizu ihn sowieso erst einmal an die kurze Leine nehmen, und das akzeptierte er – aber sie waren noch nicht zurück in Kairo, was verdammt noch mal bedeutete, dass er machte, was er wollte!

Seine rechte Hand umklammerten den kleinen Zettel, den er in der Hand hielt. Das hatte er sich mal irgendwo abgeguckt, dass man das so machte. Mit Zetteln.

Hoffentlich konnte man das Gekritzel überhaupt noch lesen.

Er verlangsamte seinen Schritt, als er sich der verlassenen Figur näherte, die hoffnungslos und niedergeschlagen aufs Meer hinausblickte, die Hände in den Taschen, für den Rest der Welt abgemeldet.

Das Gesicht war so blass wie die langen Haare aschweiß waren...die Lippen schmal und blutleer, der Blick verschleiert und irgendwie nicht wirklich vertrauenserweckend...

Malik stemmte die Hände in die schlanken Hüften und musterte die schmale Gestalt eingehend.

Das soll es also sein, Malik...? schalt er sich selbst. Konntest du dir nicht was...nun...was lebensfroheres aussuchen?

So sehr er sich auch irgendwo zwischen all dem Hass gewünscht hatte, er möge die Liebe doch noch eines Tages kennen lernen, warum musste er sich gleich eine Seele erwählen, die ebenso verloren war wie seine...?

Und als hätte Malik noch einen letzten Beweis gebraucht, öffnete der Blonde plötzlich den Mund und sagte etwas.

Nein, fauchte etwas. Als stecke er gerade mitten in einem wütenden Streit. Und dabei war niemand in Sicht und Malik noch hinter ihm.

Oh Ra. Nun redete er auch noch mit sich selbst.

Oder nein, natürlich nicht...das musste der Grabräuber sein.

Was Malik aber wirklich ernsthaft verstörte, war was der Kleine sagte.

„Blumengestecke machen ist eine kreative und ausgleichende Tätigkeit, merk dir das!“

...Blumengestecke...?!! Was zum...?!

Ach, was soll´s. Nun war es zu spät für einen Rückzieher.

Ok, der Kleine war also ein Freak, mit oder ohne Yami...aber ein Freak war er selbst auch. Und trotz seines absolut augenfälligen Sockenschusses war Bakuras kleiner Hikari schön, und er sprach eine Seite in Malik an, von der er bisher dachte, sie wäre außer Betrieb.

Malik sammelte sich. „He. Du.“

****

Ryou fühlte sich nicht in der Lage, an der ausgedehnten Abschiedsszene teilzunehmen.

Nicht in der Lage...? Wohl eher: nicht wert. Yami Yugi hatte die Welt gerettet – zumindest hatte er das Shizukas recht wirrer Zusammenfassung der Ereignisse entnommen – und was hatte er getan...?

Nun, er hatte Bakura an Bord geschmuggelt, was alle fast das Leben gekostet hätte, er hatte tagelang als hilflose Marionette für einen machtgeilen Geist hergehalten und war danach hilfreicherweise ins Koma gefallen.

Super Aktion. Wirklich. Er konnte froh sein, dass sie überhaupt noch mit ihm redeten...geschweige denn, ihn als Freund betrachteten. In diesem ganzen Abenteuer gab es wahrscheinlich nur eine einzige Person, die sich noch mehr schämte für alles als er. Und das war Malik Ishtar.

Malik...

Mit aller Kraft versuchte er, die Stimme zu überhören, die sich leise, aber vernichtend in seine Gehörgänge schlich. Aber es war sinnlos. Er war viel zu gewöhnt daran, ihr zu lauschen.

Vergiss es, Aibou. Vergiss es ganz schnell. Er mag dich nicht. Er mochte nur deinen schönen, prachtvollen...Milleniums-Ring...nein, unseren Milleniums-Ring.

Ryou fuhr zusammen.

Geh weg. Du kannst überhaupt nicht hier sein...das ist unlogisch. Du bist nicht Bakura. Du bist mein Minderwertigkeitskomplex...stimmt´s?

Die Stimme, die nur sein eigenes Ohr hören konnte, kicherte.

Da hast du wohl recht...eigentlich dürfte ich nicht mehr hier sein...aber so lange es deine Komplexe und deinen Selbsthass gibt, bin ich auch da. Wir sind eins. Ich bin deine dunkle Seite. Versteh das. Du solltest mir dankbar sein...

Bin ich nicht. Verschwinde.

...ohne mich wärst du immer noch der milchgesichtige kleine Langweiler, der du warst, bevor ich deinen Körper übernommen habe...denk nach – was gefällt dir besser...?Ohne mich hättest du bei diesem blöden Turnier gegen irgendeinen Grundschüler verloren, anstatt ins Finale einzuziehen. Erzähl mir nicht, du hast nicht mitbekommen, wie wir dem Pharao mit unserem Geisterdeck fast den Arsch versohlt hätten...Aibou...?

...und nenn mich nicht Aibou. Wir sind keine Partner!

...ohne mich...und ich denke, das ist wohl der Punkt...hättest du nie mit Malik Ishtar gesprochen. Ist doch mal was anderes, als heimlich in irgendwelche Mitschüler verknallt zu sein und den Mund nicht aufzukriegen, hmm? Aibou? Denkst du etwa, er hätte dich auch nur mit seinem hübschen kleinen Arsch angeguckt, wenn der Sennen-Ring nicht gewesen wäre...oder ich...?

Nur zu gern hätte Ryou nun einen guten Konter zur Hand gehabt, aber diese Wahrheit saß viel zu tief, um rasch darüber hinwegzukommen. Er spürte Tränen in seinen Augen stechen und biss sich auf die zitternde Unterlippe, die schon rau und wund war, weil das nicht zum ersten Mal tat.

Er spürte einen kleinen Salto im Bauch und erkannte, dass seine andere Seite Spaß an der Sache hatte.

Ohhh...da hab ich wohl genau auf den Nerv getroffen, was...?

Bakuras Stimme flackerte vor Schadenfreude.

Es stimmte. Das musste Ryou zugeben. Er und die Liebe waren...nun...sie waren nicht besonders gut miteinander bekannt. Er war zwar schon verliebt gewesen, und er wusste, dass sich ein ums andere Mal fast was ergeben hätte. Er wusste, dass er hübsch war, und dass sein Sanftheit auf so manchen anziehend wirkte.

Aber seine Sanftheit war auch das Problem. Er war zu scheu, er war ein Fluchttier. Bisher hatte es noch nie weiter gereicht, als dass er verträumt irgendeinen Namen in sein Notizbuch gekritzelt hätte und ihn nachts ins Kissen geseufzt...

Nicht zuletzt war es nicht gerade romantikfördernd, wenn man einen unberechenbaren Geist beherbergte.

Und dann...dann kam Malik.

Noch nie zuvor bei einer seiner Schwärmereien hatte Ryou etwas derartiges verspürt. Nun, genauer gesagt hatte er alles schließlich nur aus der zweiten Reihe wahrgenommen, denn Bakura war es, der die Begegnung zwischen ihm und Malik lenkte.

Aber erinnerte sich noch zu genau an das Herzflimmern, an das leichte elektrische Kitzeln, als ihn der schlanke dunkle Junge mit seinen unternehmungslustigen violetten Augen in Beschlag genommen hatte.

Augen, die so verhangen und unruhig waren wie seine eigenen. Er hatte die Anwesenheit eines Geistes verspürt, der so getrieben war wie er selbst. Und es hatte ihm gefallen.

Selbst wenn es in erster Linie um die Eroberung der Welt gegangen war...

Niemals in seinem Leben hatte er einen so schönen, vollkommenen Schulterschluss erlebt wie ihren, der kompromisslose Pakt zweier Verlorener...

Aber sein Yami hatte recht...als Malik ihn angegrinst hatte, hatte er den Grabräuber gemeint...nicht den stillen, zurückhaltenden Schüler und kleinen verträumten Duellanten, der irgendwo im selben Körper feststeckte.

Und er...? Er hatte während der ganzen Sache doch nur in der zweiten Reihe gesessen.

Malik war mysteriös, durchtrieben, und skrupellos...und er war...mhmm...er war halt eben Ryou...

Er traute sich nicht einmal, sich umzuwenden und einen letzten Blick auf die schöne, dunkle schmale Gestalt zu werfen, bevor diese auf Nimmerwidersehen nach Kairo verschwand.

Er war sich ziemlich sicher, sie hätten sich gut unterhalten können. Maliks Leben hätte ihn interessiert. All die langen, freudlosen Stunden unter der Erde, an der Gruft eines fremden, toten Pharaos...Einsamkeit, damit kannte Ryou sich aus. Er war sich sicher, sie hätten was zu Reden gehabt.

Na klar. Vorausgesetzt, du würdest die Zähne auseinander kriegen. Was nie passiert. Hier drin ist es so öde, ich strenge diese ganzen Schandtaten nur an, weil ich mich so mit dir langweile, weißt du...

Hör auf meine Gedanken zu lesen! Und verschwinde...!

Hör du auf zu winseln, Aibou. Sei froh, dass es mich gibt. Wenn ich nicht gewesen wäre, würdest du wahrscheinlich zu Hause in deinem Zimmer hocken und Blumengestecke binden oder so was...

So. Das ging zu weit. Er machte verdammt schöne Blumengestecke, und sein Yami wusste das!

Irgendetwas in Ryou schnappte über. Maliks schwindende Nähe, Bakuras Geflüster, die Katastrophe, die hinter ihm lag...

Bevor der heile Teil seines Verstandes ihn stoppen konnte, hob er den Kopf und fauchte:

„Blumengestecke machen ist eine sehr kreative und ausgleichende Tätigkeit, merk dir das!“

Whoops. Hoffentlich hatte das keiner gehört.

„He. Du.“

Verdammt!

Er blickte direkt in das Augenpaar, nach dem er sich sehnte – und wünschte sich ungewöhnlich intensiv, eine Papiertüte über dem Kopf zu haben.

Bakuras Kichern verhallte in seinen Ohren.

Sie starrten sich an. Malik Ishtar hatte diese blöde Eigenschaft, Menschen anzusehen, als blicke er auf den Grund ihrer Seele.

Das passte Ryou nicht besonders. Im Augenblick kam seine Seele ihm irgendwie recht unaufgeräumt vor – er wollte da keine Besucher. Und diesen vor allem nicht.

Andererseits, was konnte es Malik schon ausmachen...? Er musste eine hohe Toleranz besitzen, was Wahnsinn anging...wie hielt er es ansonsten aus mit...sich selbst?

Ryou probierte sein sanftes Lächeln bei dem anderen aus, aber es blieb ohne Effekt. Wen wunderte es. Sanftmut war wahrscheinlich das letzte, wovon Malik sich beeindrucken ließ.

Was Scheiße war. Denn seine Sanftmut war Ryous einzige Stärke.

Alles, was er tun konnte war, das lächerliche, zartschmelzende verliebte Flackern in seinen Augen unter Kontrolle zu halten...und die Situation mit Anstand über die Bühne zu bringen.

Er hörte sich stammeln: „B- Blumengestecke machen ist eins von meinen Hobbies....“

Malik erwiderte nichts. Er stand nur störrisch da und musterte Ryou distanziert, als sähe er sich einen bizarren, aber interessanten Film an. Seine Haut vibrierte an den Stellen, an denen Maliks Blick ihn streifte.

Der Blonde hustete sich umständlich einen Klotz aus der Kehle.

„Ich nehm mal an, ihr macht keine Blumengestecke bei euch zu Hause...? Kairo ist bestimmt trocken...ich hab mal so einen Bericht über die Dürre angeguckt im Fernsehen, aber das ist lange her, als wir Kabelfernsehen neu hatten...und....“

Was redete er da eigentlich?

Du machst das toll, Aibou, zwitscherte Bakura irgendwo weit hinten in seinem Gehirn. Wenn du ihm nun noch diese wilde Geschichte erzählst, wie du dir letzte Woche beim Duschen den Zeh angestoßen hast, ist er bestimmt total von dir fasziniert.

Bevor er dazu kam, noch mehr Blödsinn aus den chaotischen Weiten seines Verstandes heraufzubefördern, wurde er zum Glück von Malik unterbrochen, der sich gelangweilt erkundigte:

„Ist der Grabräuber da noch drin...?“

****

„Ich nehm mal an, ihr macht keine Blumengestecke bei euch zu Hause...? Kairo ist bestimmt ziemlich trocken...ich hab mal so einen Bericht über die Dürre angeguckt im Fernsehen, aber das ist lange her, als wir Kabelfernsehen neu hatten...und....“

Malik sah verschiedene Formen von Panik über das Gesicht des Blonden huschen und ergötzte sich einen Moment daran. Der kleine Hikari redete also nicht nur mit sich selbst, Smalltalk machen konnte er auch nicht.

Hm. Vielleicht sollte er das lassen und lieber zu Hause eine Kontaktanzeige schalten...?

(Sehr) Gutaussehender Pharaonenwächter, nur leicht beschädigt, sucht netten, sportlichen Mann von 17 – 21 im Großraum Kairo. Hobbies: Schattenspiele, Weltherrschaft planen, in dunklen Ecken rumschleichen, Tennis. Eventuelle Übernahme durch besessenen Geist und leichte mörderische Tendenzen dürfen kein Hindernis sein.

Gah...nein. Sie beide – er selbst und dieser verrückte Blonde – sie beide waren so unmöglich, dass sie wahrscheinlich eine gute Möglichkeit füreinander waren...

Und er mochte sowieso keinen Smalltalk. Außerdem stand dem kleinen Hikari diese panische Röte ausgezeichnet. Malik entging nicht, wie der andere sich mit diesem harmlosen Grinsen abmühte, aber seine Augen sprachen eine vollkommen andere Sprache. Der Blick des Blonden war weich und süß und erinnerte Malik irgendwie an langsam schmelzende Schokolade.

Er war noch nie mit solchen Augen angesehen worden. Es kitzelte ein bisschen in seiner Magengegend, auf eine fremde, aber durchaus angenehme Art. Er mochte das Gefühl. Er wollte mehr davon.

Aber Spaß beiseite. Erst mal mussten die letzten Hindernisse weggeschafft werden.

„Ist der Grabräuber da noch drin...?“

****

Er spürte den Triumph seines Yamis, noch bevor er ihn hörte.

HA! Was hab ich gesagt? Er interessiert sich nur für mich. Du bist nur ne leere Keksdose in seinen Augen, Aibou! Geh zurück in die Sandkiste und such dir Leute auf deiner Augenhö...-

„Halt die Klappe!“

Malik hob eine mürrische Augenbraue. „Kein Grund, verletzend zu werden,“ fauchte er entrüstet.

„Ich rede nicht mit dir“, murmelte Ryou bedrückt. „Ich rede mit ihm.“

Komisch. Wenn er so was zu Malik sagte, hörte es sich nicht so geistesgestört an wie sonst.

Malik nickte zufrieden. „Fein. Kannst du ihm was von mir ausrichten...?“

Enttäuscht ließ Ryou die Schultern hängen. Na schön. Dann war er eben eine Keksdose, für die sich kein Mensch interessierte, vor allem nicht schöne Grabwächter.

Aber das bedeutete nicht, dass er das nicht mit Würde überstehen konnte.

Er richtete sich auf. „Was ist es?“

Malik verschränkte seine nackten, dunklen Arme. „Richte ihm aus, es tut mir leid für ihn. Dass es nicht funktioniert hat. Mit der Weltherrschaft und so.“

Die Mixtur aus Unwilligkeit und Ehrlichkeit in Maliks Stimme war irgendwie reizend. Wider Willen musste der blonde schmale Duellist lächeln.

Sag ihm, er kann uns mal kreuzweise! Sag es ihm!

Ryou sagte: „Ach, ich bin sicher, er verkraftet das schon....“

„Und richte ihm aus,“ ein hinterlistiges Grinsen umspielte Maliks dunkle Züge. „Dass es mir trotzdem Spaß gemacht hat. Mit ihm zu arbeiten.“

Du wolltest meinen Gastkörper kaputtmachen, du Arsch! Er schuldet uns was!

„Es war uns ein Vergnügen,“ sagte Ryou mit einer scheuen Verbeugung. „Dich zu treffen.“

Malik hob skeptisch eine Augenbraue. „Wirklich?“

Ryou spürte Bakura gegen die Innenwände seines Körpers wüten.

Gah! Aibou! Ich wusste, dass man krank vor Hass sein kann, aber deine krankhafte Nettigkeit ist auch nicht besser! Er ist dein Feind, um Ras Willen!

„Doch. Wirklich.“ sagte er schüchtern. „Also...mir zumindest war es ein Vergnügen.“

Du machst dich lächerlich.

In Maliks dunklem Gesicht zuckte es. „Dann hast du eine komische Vorstellung von Vergnügen.“

Der Blonde hob die Schultern. „Kann sein. In meinem Leben passiert normalerweise nicht so viel...“

Das kannst du laut sagen...

Malik lächelte trocken. Wahrscheinlich hatte er nicht damit gerechnet, dass ihm irgendwer für seinen verrückten Plan noch danken würde. „Na dann. Freut mich, dass ich helfen konnte.“

„Dito.“

Sie standen zusammen am Wasser, weit entfernt von den anderen, und einen Moment schien es so, als würden sie sich tatsächlich verstehen... Mit einem kleinen Seufzen stellte Ryou sich auf den Abschied ein. Er streckte die Hand aus. „Also...“

„Warte.“ Der andere hörte, wie Malik sachte nach Luft schnappte...als bräuchte er eine Menge Luft, um weiterzusprechen. „Ich habe noch eine letzte Frage an den Grabräuber.“

„Was ist es...?“

Ziemlich abrupt sah Malik wieder hoch. Er sah ihm direkt in die Augen. Das Zucken in seinem Gesicht nahm bedenkliche Formen an. Fast Marik-Formen, aber es war unzweifelhaft Malik, der sich hier quälte.

„Ich wollte fragen,“ sagte Malik, sein Gesicht noch immer unkontrolliert zuckend, „ob es ihm was ausmacht, dass ich mich für seinen Körper interessiere.“

WAS?!

Einen Augenblick kniff Ryou die Augen zusammen. In seinem Gehirn arbeitete es.

Bakuras Körper....?

Nein!

Aber Bakura hatte keinen eigenen Körper...

Nein!

Bakuras Körper war doch...

Neeeein!

....ER!

****

„Was ist es...?“

Malik konnte den anderen eine Sekunde über nicht mehr ansehen. Er hasste sich selbst für diese kleine Schwäche, aber er musste eine Auszeit nehmen und sich die Steine unter ihren Füssen ansehen.

Steine waren beruhigend.

Er hatte noch nie etwas derartiges gesagt.

Er hatte auch geglaubt, er würde nie etwas derartiges sagen müssen...

Er hatte einfach zu fest daran geglaubt, dass er der Herrscher über die Welt werden würde, der Erbe der Milleniums-Reichtümer.

Und Herrscher der Welt brauchten nicht zu fragen – die Menschen hätten ihm zu Füßen gelegen und ihn um seine Gunst angebettelt...

Nun musste er eben umdisponieren.

Wenn bloß sein Gesicht aufhören würde, zu zucken.

Also schön. Nun war der Moment da.

„Ich wollte fragen, ob es ihm was ausmacht, dass ich mich für seinen Körper interessiere.“

Er sah den Mund den Kleinen auffliegen, zusammen mit seinen Augen. Offensichtlich hatte er Probleme, die Botschaft zu verarbeiten. Langsam, nur sehr langsam zeichnete sich Erkenntis auf seinem blassen Gesicht ab, das graduell immer blasser wurde.

Es sah entzückend aus.

Malik wartete. Scham, Scheu und verletzter Stolz liefen in seiner Brust Amok. Er hatte sich eben erst dran gewöhnt, dass er andere Menschen mögen konnte...aber es war wirklich unzumutbar, es auch noch zugeben zu müssen!

Fünf.

Vier.

Drei.

Zwei.

Eins....

„....mich...?“

Na bitte.

****

Seltsamerweise richtete sich sein erster Gedanke an Bakura.

Der Gedanke war: Na? Was sagst du NUN?

Bakura stöhnte.

Während Malik, immer noch die Arme verschränkt, auf eine Reaktion wartete, bekam Ryou zum allerersten Mal in seinem Leben ein Gefühl dafür, was Triumph bedeutete.

Malik wollte ihn.

Aber Ryou war nicht der Typ für Triumphe. Sein zweiter Gedanke war Flucht.

Er spürte bereits den Impuls in seinen Beinen...den Impuls, sich rückwärts zu entfernen, immer schneller werdend...

Aber heute nicht. Nein, heute würde er nicht flüchten.

Er schluckte. „Das...kommt spät.“ würgte er.

Malik wirkte zerknirscht. Ob wegen des Geständnisses selbst oder weil das stimmte, war schwer zu sagen. „Ich weiss. Zu blöd. Aber...“

Nun erst fiel Ryou der kleine Zettel auf, den Malik so fest umklammert hielt, dass er sich in ein winziges Kügelchen verformt hatte. Er streckte steif den Arm aus und hielt es Ryou hin.

Vorsichtshalber trat Ryou einen Schritt zurück. „Was...was ist das...?“

„Unsere Adresse in Kairo. Und....“ Malik seufzte schwer. Das Zucken, das er bis eben wieder erfolgreich auf seinen rechten Mundwinkel eingegrenzt hatte, breitete sich erneut über sein Gesicht aus. „Meine Telefonnummer.“

Er soll ihn sich sonst wohin stecken!

Ryou nahm ihn.
11.5.06 14:02
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Bela / Website (4.1.07 21:37)
Wtf, frag mich nicht, irgendwie bin ich auf dieser Seite gelandet.. xD~
Und omfg, diese FF is klasse, da dachte ich, schreib ich ma irgendwie son Kommi da rein.. xD" Ich liebe deinen Schreibstil *-*
Da waren sooo süße Szenen drin >.<
Du bist mein Minderwertigkeitskomplex...stimmt's? Natürlich *-* (aka Findet Nemo.. bist du mein Gewissen? x3)
Nur leicht beschädigt.. eventuelle Übernahme durch besessenen Geist und leichte mörderische Tendenzen dürfen kein Hindernis sein. Wäre genau mein Typ *-*
Aber das Beste ist natürlich..
Eins....
„....mich...?“
Na bitte.
Was schreib ich da eig fürn Mist xD' Wollte irgendwie nur sagen, dass die Story toll is >_< Mag mehr *-*

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung