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Steinbruch

Clandestine



„Hi, ich will mit Near reden.“, verkündete Matt, als er schließlich in der Empfangshalle der absolut ultrageheimen und superversteckten SPK-Zentrale stand.

Der Sicherheitsdienst sah ihn an, als sei er übergeschnappt. Matt grinste dreist.

„I-ich weiß nicht, vom wem Sie sprechen,“ sagte der riesige Mann steif.

„Keine Angst, ich kenn ihn persönlich.“ Matt deutete mit der Hand eine Größe an.

„Etwa 1.55, sehr schlechter Charakter, äußerst giftig, trägt immer nur Socken und dreht voll am Rad, wenn man ungefragt seine Legos anfässt? Kommen Sie schon, ist privat. Wir sind alte...Freunde.“

„Bedaure, ich kann nichts für Sie tun,“ schnappte der Mann. Er gab sich wirklich alle Mühe. Wie rührend.

„Nehmen Sie Ihr kleines Piepsdingens da und rufen Sie ihn an, und sagen Sie ihm, Matt will ihn sprechen. Dann lässt er mich rein. Garantiert. Ich weiß es.“

Er verkreuzte die Finger in der Tasche, als der stämmige Mann schließlich auf seinen Pieper drückte. Dass ihm der kleine Gnom da oben nun nicht noch in die Parade fuhr...

„Er sagt, sein Name sei Matt...verstehe, Sir. Sofort.“

Matt hatte sich bemüht, optimistisch zu sein, trotzdem konnte er sein Glück kaum fassen, als der Sicherheitsriese ihn tatsächlich durchwinkte.

„5. Stock. Zimmer 103. Viel Spaß,“ brummelte der Mann ihm hinterher, als er in den Fahrstuhl marschierte.

„Werd ich haben,“ frohlockte Matt. Seine Mission entwickelte sich bestens.

Er hatte es gewusst. Er hatte gewusst, dass er kleine Arsch ihn empfangen würde.

Der Schlüssel zu alldem – und so ziemlich die Basis von Matts Plan – bestand darin, dass er etwas über Near wusste, das Mello nicht wusste. Und das Near selbst sicherlich am liebsten vergessen hätte. Aber Matt würde es ihn nicht vergessen lassen.
Er würde alles auf eine Karte setzen.

Er betrat das Zimmer und senkte seine Augen sofort gen Fußboden, denn dort und nirgendwo anders würde er Near finden.

„Du.“ Kam es nüchtern hinter einer Wand aus Legos hervor. Matt konnte einen weißen Haarschopf dahinter erkennen. Near baute sich eine Festung.

„Yup. Ich.“

Near sah nicht hin. Seine Stimme war beiläufig.

„Immer noch Mellos kleiner Laufbursche, wie? Hattest du nicht gesagt, du würdest groß rauskommen, als du das Institut verlassen hast? Groß rauskommen als...was noch mal...?“

Matt schnaubte. Der arrogante kleine Pisser konnte ihm gar nichts.

„Mello hat dir nichts zu sagen, Near,“ sagte er trocken. „ICH will mit dir sprechen.“

Unaufgefordert ließ Matt sich in die riesige, gemütliche Couch plumpsen. Near hatte es wirklich nicht übel hier. Für einen, der nicht wusste wie man lebt, lebte er wirklich ziemlich gut.

„So...?“ Er sah Nears weiße Umrisse unbeirrt hinter der Lego-Mauer umherkrabbeln. „Das hätte ich nicht erwartet, Matt. So, wie du mich immer gemieden hast. Ich habe immer angenommen, du hättest Angst vor mir.“

Matt schlug amüsiert die Beine übereinander. „Erstens: ALLE haben dich gemieden, du Freak, nicht nur ich. Zweitens: Warum sollte ich Angst vor dir haben?!“

Die silbrigen Locken fielen Near tief ins Gesicht, aber das fiese kleine Grinsen ließ sich trotzdem nicht übersehen.

„Weil primitive Menschen sich immer von Menschen bedroht fühlen, die ihnen intellektuell überlegen sind.“

Der kleine Bastard. Aber es war egal. Matt hatte etwas bekommen, das Near sich lange und verzweifelt gewünscht hatte, und keine Stichelei der Welt konnte das ändern.

Und er war hier, um genau das auf den Tisch zu bringen.

„Dann nehm ich mal an, es ist andersrum genauso, Near, nicht wahr?“ höhnte er.
„Dann fühlst du dich sicherlich auch bedroht von meiner animalischen, primitiven Präsenz, hm? Weil ich Sachen mache, von denen du nur träumen kannst?“

Endlich hörte Near auf zu basteln, und zwei tödlich kalte, riesige Augen tauchten über dem Rand der Bausteine auf. „Ich weiß nicht, worüber du sprichst, Matt.“

Oh, Near wusste so was von, worüber Matt sprach.

Near starrte. Matt lächelte. Nun ging es nur darum, wer von ihnen beiden am längsten so tun konnte, als wäre nichts.

Es war so: schon lange bevor sie zu dem geworden waren, was sie waren, hatten Mello und Matt damals im Waisenhaus miteinander rumgespielt. Es war nichts besonderes gewesen, keine große Sache. Was pubertierende Knaben eben so machten, wenn sie miteinander in Schlafsäle eingesperrt wurden. Ein bisschen fummeln, ein bisschen lecken, ein bisschen an fremder, gieriger Haut rumtatschen, diese Dinge.

Matt erinnerte sich, dass Mello schon damals Sachen mit seinem Mund vermocht hatte, die einem den Verstand raubten. Wenn er es diesen Gangsterbossen nur halb so gut besorgt hatte wie ihm damals, dann wunderte ihn wirklich nichts mehr.

Aber das war nicht der Punkt. Der Punkt war, dass Mello und er es damals einmal in einem Anfall von totalem Irrsinn mitten im verlassenen Gemeinschaftsraum getrieben hatten, und
Near hatte es gesehen.

Und Near hatte es nicht nur gesehen. Er hatte es förmlich eingesogen, er hatte den Anblick verschlungen, alleine und zitternd hinter einem Türrahmen kauernd.
Und Matt wusste es, denn ihre Blicke waren sich begegnet, und er hatte den Hunger und die Wut und den hilflosen Neid in Nears Augen gesehen, bevor dieser sich umgedreht hatte und wegerrannt war.
Er hatte Nears Füße in Socken gehört, wie sie hektisch durch den Flur tapsten, als sei der Teufel hinter ihm her, während Mellos Körper auf seinem erst sehr hart und dann ganz weich wurde und ein kleines, erlöstes Zischen sich aus seiner Kehle presste.

Und ab dem Moment hatte Matt gewusst, was Sache war. Mello und Near mochten sich besser mit Morden und Verbrechern auskennen als er. Aber Matt kannte Menschen und ihre Lüste und Bedürfnisse, und zwar nicht nur aus der Theorie.

Matt hatte immer gewusst, dass dieses Wissen ihm irgendwann mal irgendwas nützen würde. Und nun war es soweit. Und er amüsierte sich sehr.

„Matt,“ sagte Near schließlich kalt, aber die Nervosität ließ sich nicht überhören, „Wenn du mir nichts von Interesse zu sagen hast, muss ich dich bitten, zu gehen. Ich habe viel zu tun.“

„Was denn? Deine neue Barbie-Ranch aufbauen?“

„Dinge, von denen du nichts verstehst.“

„Wollen wir nicht über die Dinge reden, von denen DU nichts verstehst, Near?“

Nears Augen blitzten kalt. „Ich kann auch den Wachdienst rufen.“

„Könntest du. Du KANNST aber auch einfach mal aus Scheiß-Lummerland rauskommen und dir mein Angebot anhören.“

Einen Moment passierte nichts. Und dann tauchte Near plötzlich aus seinem Lego-Wall auf, in seiner vollen schlafanzugumhüllten Pracht, und starrte ihn an. Matt sah Neugierde und Zorn in dem sonst so regungslosen Gesicht miteinander kämpfen.

„Was willst du von mir?!“ fragte er. Matt sah, wie er die kleinen Fäuste ballte.

Es war Zeit, sich zu erheben und auf ihn zuzugehen. Gelassen, nicht zu schnell, und nicht zu nah. Matt hatte erwartet, dass Near vor ihm zurückweichen und sich vielleicht wieder in sein Legohäuschen zurückziehen würde, aber er blieb nur stehen und starrte ihn weiter aus diesen schwarzen Augen an.

Matt fand das interessant. Also kam er so lange näher, bis er merkt, dass seine Schienbeine gegen etwas stießen. Nun stand er direkt vor Nears Lego-Wall, und Near dahinter. Es war lächerlich, aber auch irgendwie spannend.

Nun ging es um alles oder nichts. Matt hatte sich keine tolle, subtile Taktik zurechtgelegt. Er würde einfach die Karten auf den Tisch legen. So machte er Sachen.

„Willst du´s noch mal sehen?“ fragte er leise.

Nears Gesicht war kalt und reglos, aber seine Unterlippe zitterte. Ob aus Wut oder etwas anderem, konnte Matt nicht sagen.

„Ich muss dich bitten, zu gehen.“

„Willst du noch mal sehen, was ich und Mello tun? Willst du noch mal sehen, wie er dabei ist?“

„Bring mich nicht dazu, mich zu wiederholen. Ich muss dich bitten zu gehen.“

„Willst du, dass ich dir zeige, wie man es mit ihm macht...?“

Er hörte Nears Zähne in seinem Mund knirschen. Near, und daran konnte kein Zweifel bestehen, hasste Matt in diesem Moment maßlos. Und das war nichts weiter als die Bestätigung, dass Matt mit allem Recht gehabt hatte.

Sie waren nicht mehr weit voneinander entfernt. Matt sah ihn von Kopf bis Fuß an und fragte sich, ob es ihm wohl gelingen würde, ihn irgendwie geil zu finden. Hm. Warum nicht. Wenn man komplett verdrängte, dass es sich um Near handelte, sah er gar nicht mal so Scheiße aus. Sein starres Püppchengesicht war vage niedlich, seine Figur war zwar in all dem Stoff nicht erkennbar, aber seine Hände waren zart und seine Finger zierlich und geschickt.

Und außerdem – es ging darum, was Mello tun würde...und auch wenn Mello ihm eher den Hals umgedreht hätte als es zuzugeben, Matt war sich sicher, dass irgendwas in ihm danach schrie, Near nackt und schutzlos zu sehen.

Und Near .... schrie auf seine Art so sehr danach, dass er einem fast leid tun konnte. Wenn man ihn hätte mögen können.

Allmählich machte das Schweigen Matt nervös.
Er leckte sich über die Lippen. Er sah, wie Near die Bewegung seiner Zunge mit den Augen verfolgte. Offensichtlich sah er nicht viele Zungen in freier Wildbahn.

„Es ist nicht, weil du uns angegafft hast, weißt du.“ sagte Matt, um die Stille zu füllen. „Ich meine ... das war normal für dich. Du hast immer entweder alles ignoriert, oder gegafft. Aber dann bist du weggerannt. Und du bist sonst nie gerannt. Und es war nicht, weil du Angst vor Mello hattest. Du hattest nie Angst vor ihm.“

Near sagte nichts und starrte ihn mit diesem Ausdruck äußerster Abscheu an, aber Matt sah wieder das, was er in dieser lange vergangenen Nacht auch gesehen hatte ... diesen stillen, bösen, neidischen Zorn, die Scham, ertappt worden zu sein ...

Matt lehnte sich vor und kitzelte mit rotblonden Strähnen Nears Wange, als er leise in sein Ohr weitersprach. Near zitterte leicht.

„Du bist gerannt, weil du dich geschämt hast. Und welchen Grund hättest du schon haben können, dich zu schämen? Außer ... „

Er hörte, wie Near den Atem anhielt. „Weiß Mello ... Weiß er...?“

Matt lächelte den Kleineren verschwörerisch an, und er wusste, dass Near ihn dafür nun total hasste, und es war herrlich.

„Ich bin doch nicht verrückt. Ich hab ihm später erzählt, es war Linda, die uns gesehen hat. Wenn ich ihm erzählt hätte, dass DU uns beim Sex bespannt hast, hätte er dich noch in der selben Nacht mit einem Kissen erstickt.“ Er hielt inne. „Und mich wahrscheinlich gleich dazu. Um den Sack zuzumachen.“

Und nun strichen Matts Lippen schon über dieses zarte Ohr, als er raunend sein Angebot wiederholte. „ ... aber vielleicht willst du wissen, was er tut, wenn er es erfährt ... ?“

„Ich hab n... hab nicht gespannt ... das tu ich nicht ... l-lass mein Ohr in Ruhe ...“

Matt grinste gegen die weiche Wange an seiner Seite, als er Near so über die Worte stolpern hörte. Das war´s. Er hatte alles gesagt, was zu sagen war. Der Rest war Schicksal.

Entweder er würde in drei Minuten vor dem Hotel im Straßengraben liegen und Schlagstöcke in den Magen bekommen, oder er würde die vielleicht interessanteste Nacht seines Lebens haben. Eins von beiden.

„Wenn du nun willst, dass ich gehe, gehe ich.“ sagte er freundlich.

Aber Near atmete nur lange und schwer in Matts Haar und sagte nichts.

Und schließlich, nachdem dieses Schweigen genug gesagt hatte, nahm Matt ihn an den Schultern und zerrte ihn aus dem Bunker aus winzigen Legosteinchen heraus, und Near ließ es passieren.
19.2.07 20:58


Das Beste der Reste!

Willkommen im Steinbruch! Wie der Name schon andeutet, ist dies der Ort, an den meine Fänfikschns kommen, um zu...ähm...wenn „sterben“ nun nicht so depressiv klingen würde.^^;

Also anders: Ihr kennt das sicherlich auch. Von 100 (vielleicht) tollen FF-Ideen, die ich habe, fange ich höchstens 20 zu schreiben an....und von diesen 20 werden vielleicht 5 irgendwann fertig genug, um sie irgendwo zu posten.
Der Rest liegt dann rum und verschimmelt auf dem Desktop.

Oder aber, sie landen an einem Ort wie diesem, von welchem aus man die Welt ungefragt mit vollkommen nutzlosem Kram überschwemmen kann!

Also für die, die irgendwann mal total schlimm Langweile haben: Hier eine Auswahl von FF-Fragmenten, die ich aus irgendeinem Grund nicht beendet oder gegen die Wand Gesetzt habe!

Meine häufigsten Probleme beim Beenden von FFs sind folgende:

1.) Ummm....Charakter X denkt nun schon seit 5 Seiten nach über irgendwas...worum ging es in der Geschichte noch mal....?
2.) Mist! Ich brauche eine Pointe! Was für eine Pointe mach ich denn...? Na...dann eben halt nicht....
3.) Äh...damit das hier funktioniert, muss ich noch Information Y einbringen, na das wird wieder ein langweiliger Absatz, Scheiße, ich hol mir erst mal Kekse...wo war ich?!
4.) ....nun is mir ne bessere Idee eingefallen.
5.) Aha. Die Storyline, die ich mir ausgedacht habe, ist also *tatsächlich* zu umständlich... ><“

****

Inhalt: (bisher)


1.) PUPPYSHIP Ahoi!


Invitation

Stell Dir vor, es ist Duell und keiner Geht hin!

Leftovers (englisch)


2.) Seto & Mokuba


Lost In Translation

Und bei dir so...?

Tag der Idioten



3.) Noa-Arc
(Various Pairings)

The Kiss

Wenn er verrückt ist, bin ich´s auch!

Gozaburos Wille



4.) Yami & Seto


La Fusion



5.) Bakura & Marik


Aus der 2. Reihe
11.5.06 13:38


Invitation




Der Plan: Die Domino-Clique macht ihren Schulabschluss, Nostalgie bricht aus. Yonouchi hat einen Arsch in der Hose und lädt Kaiba zur der Einweihungsfeier in seiner ersten eigenen Bude ein. Peinlichkeit bricht aus. Ähm. Irgendwie kam ich nicht mal zur Einladung. ^^; Stattdessen habe ich dann Spam Wars mit dem selben Plot Geschrieben.

*****

„EY! Kaiba! Huhu! Hier oooben!“

Die laute Stimme brach durch das abgelenkte Gewusel der Schüler und traf ihn unaufgefordert im Nacken. Dabei hatte er es fast schon geschafft, unbemerkt aus dem Raum zu schwappen, wenn nicht...-

„Guck ma! Hier oben sind wir! Siehst du uns nich?!“

Gequält schloss Seto Kaiba die Augen. War es nicht irgendwie erkennbar, dass er sich alle Mühe gegeben hatte, sie NICHT zu sehen...? Wurde denn subtile non-verbale Kommunikation heute überhaupt nicht mehr gewürdigt?

„...hier oben is noch Platz!“

Kaiba blieb stehen.

Verdammter Kläff....-onouchi.

Es war ihm schleierhaft, warum seine Füße sich nicht einfach weiter aus der Tür bewegten. Stattdessen wirbelte er herum und blickte hoch zu dem lärmenden Büschel blonder Haare mit bestürzend schwach ausgeprägter Feinmotorik rechts neben Yugi Mutô, das sich wie üblich abzappelte, um seine Aufmerksamkeit zu erregen.

Missgelaunt presste er die Lippen zusammen. Reichte es Yonouchi nicht mehr, ihm bei ihren Zusammenstößen in der Duell-Arena ans Bein zu pinkeln? Musste er ihm auch noch heute seinen gepflegten Abgang aus der Domino High versauen?!

Und musste er es, zu allem Überfluss, auch noch NETT meinen?!

Seto Kaiba hatte seinen Besuch der Domino High niemals als etwas anderes wahrgenommen als einen einzigen, diabolischen, riesigen Plan, ihn zu bestehlen – und zwar seiner Zeit.

Alles deutete darauf hin. Das elende Schneckentempo, in dem sich seine tranigen Lehrer durch Schulbücher ackerten, die er an einem Wochenende hätte erfassen können.
Die vollkommen hirnverbrannt lange angesetzten Zeiten für Klausuren, die er mit verbundenen Händen vor dem Frühstück mundmalen hätte können.
Das endlose Herumsitzen in demütigend unansehnlichen Klassenzimmern – wo BLIEB das Geld eigentlich, das er in diese Bude steckte, damit seine Fehlzeiten in den Reißwolf wanderten?! – an deren Wänden Spruchbanner wie „Sei nicht dumm – iss Calcium!“ hingen, während seine Mitschüler Körpergerüche und allgemeine Blödheit absonderten.

Wertvolle, kostbare Zeit, die er sinnvoll hätte investieren können – kleinere Firmen aufkaufen, mit Mokuba an den Plänen für Kaiba-Land feilen, sich überlegen, wie er Yugi doch noch ungespitzt in den Boden rammen konnte. Zeit, die ihm keiner mehr zurückbrachte.

Tatsache war – Gozaburo hatte ihm mit der Reitpeitsche und seiner äußerst kreativen Neigung zum Erziehersadismus alles beigebracht, was er zum Überleben wissen musste. Und zwar schneller, härter und eindrücklicher als Dominos nuschelnde Lehrkräfte es vermocht hätten. Und was er zum Leben wissen musste – hatte er sich selbst erkämpft, ansonsten wäre er nicht mehr da.

Er hatte dieser Bildungsbruchbude namens Domino High nichts zu verdanken – und heute ein Abschlusszeugnis zu bekommen, kam ihm wie der letzte, eklige Sex mit einer unliebsamen Zufallsbekanntschaft, bevor man mit dem Trauerspiel endlich Schluss machte.

Nicht, dass er von so was viel wusste.

Wenigstens war es nur noch heute, nur noch ein letztes Mal. Kaiba hatte seine Limousine im Halteverbot stehen, weil er angenommen hatte, dass es schnell gehen würde. Er ging rein, schnappte sich sein Diplom, schmiss den Wisch in den nächsten Mülleimer, ging wieder raus und brauchte nie wiederzukommen.

Stattdessen war er nun schon Stunden hier.

Zuerst hatte man ihm einen blöden Hut gegeben. Angeblich, um die Abschlussklasse zu ehren, auch wenn es Kaiba schleierhaft war, wie man sie ehrte, indem man ihnen Hüte aufdrängte, mit denen sie wie Dorftrottel aussahen, die selbst für Dorftrottel einen eher schlechten Modegeschmack hatten.

Die meisten seiner Mitschüler trugen den Hut tatsächlich mit Stolz. Kaiba wunderte es nicht – wie er selbst wusste, schmissen sich die Leute auf alles, was man ihnen umsonst andrehte, egal wie zwecklos es war. Er selbst hatte seinen Hut strategisch beim Lehnen an der Wand so kaputtgedrückt, dass man ihn nicht mal mehr als Frisbee einsetzen konnte.

Dann musste er im Team mit einer furchtbar aufgeregten Anzu Mazaki auf die Bühne kommen, weil sie beide die besten Noten der Abschlussklassen hatten – was für ein extrem überraschungsfreier Höhepunkt.

Anzu schien sich bereits für ihren bevorstehenden Oscar-Gewinn warmzumachen oder ähnliches. Sie löste sich furchtbar auf, drückte den Direktor, drückte Kaiba, drückte die Schulsekretärin und hielt dann zu Kaibas absoluter Bestürztheit eine Dankesrede – wieso dankte sie anderen, weil SIE tolle Noten hatte?! – in der auffallend oft der Name „Yugi“ fiel. Das alles, während ihr Vater in einem Zustand, den man nur noch als Ekstase bezeichnen konnte, am Bühnenrand herumflitzte und einen Farbfilm nach dem anderen verschoss.

Auch Kaiba stieß man das Mikro ins Gesicht. Obwohl er öffentliche Auftritte an sich sehr schätzte, fasste er sich diesmal kurz. Er nutzte die Chance, mal in den Raum zu werfen, dass bitte keiner seiner Ex-Mitschüler sich erdreisten möge, ihn um einen Praktikumsplatz, einen Ausbildungsplatz, einen Arbeitsplatz oder sonst irgendeinen Platz in seiner Firma anzuhauen. Danke. Es war ziemlich still, als er das Podium verließ. Er war sich sicher, mindestens ein Dutzend leicht enttäuschter Gesichter in der Menge zu erblicken.

Als er dann schon hoffte, es könnte nicht mehr sinnloser werden und alles wäre damit gegessen, trat der Direktor ans Mikrofon und richtete „Worte an die Schüler“, die ihn für eine weitere halbe Stunde auf seinem Stuhl festnagelten.
Als er dann endlich, endlich sein Diplom abholen und verschwinden durfte, steckte er dem Direktor diskret die Nummer seines Redenschreibers zu. Den brauchte er wirklich dringend, obwohl Kaiba daran zweifelte, dass er sich den Mann leisten konnte.

Nun, er DACHTE er könne nun endlich verschwinden...aber dann...

Kam das.

„Sind dann alle bereit für das Abschlussfoto?“ flötete die Frau an der Kamera, während sie unmissverständlich am Auslöser fummelte.

„Nein,“ tönte es wieder motiviert aus der obersten Reihe. Mit ausgestrecktem Finger deutete Yonouchi auf Kaiba, der ihn verständnislos anstarrte, bereits halb aus der Tür.

So ein Denunziant!

„Kaiba muss noch! Komm hierher!“

Nun war alles zu spät – das Gefuchtel des agitierten Blonden hatte die komplette Bande alarmiert.

Yugi lächelte scheu, aber einladend. Honda musterte Yonouchi kurz, als erwäge er, ihn niederzustrecken, machte dann aber auch eine Art zerquälte Willkommensgeste.

Anzu Mazaki hüpfte sogar fröhlich winkend auf den Zehen auf und ab, was in ihrem Spaghettiträgershirt noch mehr unerwünschte Aufmerksamkeit erregte.

Der Rest der Abschlussklasse, den die Foto-Torte bereits auf der Schultreppe aufgestapelt hatte, blickte fasziniert zwischen den Yugi-Tachi und dem wie immer außen vor stehenden CEO hin und her.

Auch wenn sie alle nicht dabeigewesen waren, wie er mit der bescheidenen Hilfe von Yugis Babysitterclub mehrmals in Folge die Welt rettete, war ihnen nicht entgangen, dass Seto Kaiba und Yugis Clique ein...spezielles Verhältnis...hatten. Und nun, da die Schule unwiederbringlich vorbei war, würde man solche Szenen nicht mehr allzu oft zu sehen bekommen.

Kaiba blickte zu dem Trupp an der obersten Treppe hoch, der sich so seinetwegen ins Zeugs legte, und plötzlich traf ihn die Erkenntnis an den Kopf, dass er sie wahrscheinlich nicht mehr so oft sehen würde. Er wusste nicht, was er daraus machen sollte.

Das nächste Turnier würde kommen, aber die Milleniums-Items waren wieder an Ort und Stelle verscharrt, und es würde sie so bald kein selbsternannter Superschurke mehr in lebensbedrohende Lagen drängeln. Selbst Mokuba war seit über einem Monat nicht mehr entführt worden. Es war still um sie herum. Es existierten keine Gründe mehr, zusammenzuprallen.
11.5.06 13:40


Stell dir vor es ist Duell und keiner Geht hin!



Der Plan: Yonouchi wird unerwartet und durch eine Kette seltsamer Zufälle Champion in Duel Monsters. (Ich weiss, ich weiss...aber WÄR das nicht mal schön?!)
Das kann Kaiba natürlich noch viel weniger ertragen als Yami als Champion in Duel Monsters. Kaiba denkt sich daraufhin, dass er Bonkotsu wenigstens das Privatleben versauen muss, wenn der ihn schon im Spiel überholt. Er pennt mit ihm und bricht ihm das Herz, was darin resultiert, dass Yonouchi ihm auf der Siegerehrung (Kaiba auf dem 3. Platz) vor 10.000 Pressefuzzis eins aufs Maul haut. (Ich liebe Skandale!)
War mal als Geschichte mit mehreren Kapiteln angedacht. (Ist bei mir schon immer ein sehr schlechtes Zeichen. ><“)

Zum eigentlich Thema bin ich nie vorgedrungen *hust*, aber hier die kleine Anfangsszene, in der Mokuba und Isono von Nii-sama/Kaiba-samas Niederlage erfahren. Die Szene zwischen den beiden ist denke ich recht süß. Ich mag vor allem Mokubas ersten Satz.


*****

„Stell dir vor, es ist Duell und keiner geht hin,“ säuselte Mokuba Kaiba verträumt aus der Rückbank.

Isono richtete dezent den Spiegel neu ein, um den kürzeren seiner zwei Bosse prüfend zu mustern. Er stöhnte innerlich.

Wann würde Mokuba-sama endlich begreifen, dass, nur weil Seto-sama diese Pelze bei seinen Auftritten so gut standen, das bei ihm nicht unbedingt das selbe war?

Kombiniert mit seinem unübersichtlichen Haar-Gestrüpp ergab das Pelz-Ensemble, das er anhatte, eher den Eindruck einer stark behaarten, zoologisch schwer einzuordnenden Kreatur. Und wenn er wie gerade eben seinen Kopf niedergeschlagen senkte, sah man sein kleines, ernstes Gesicht fast überhaupt nicht mehr.

Isono beschloss, nächste Woche entweder einen Termin beim Friseur oder beim Schneider für Mokuba-sama auszumachen.

Aber wie dem auch sei, das war nicht das Thema.

„Haben Sie etwas gesagt, Sir?“ erkundigte sich der sonnenbebrillte Mann für alles vorsichtshalber. Er hatte Mokuba-sama natürlich bestens verstanden, aber der Satz war so komisch, dass er lieber noch mal nachhakte.

Die Antwort war ein mürrisches Fauchen aus dem verwilderten Pelzkranz. Dann schien Mokuba-sama etwas einzufallen, denn er lehnte sich vor, packte Isono an der Schulter und rief mit einer Leidenschaft, mit der er sonst nur seine Geburtstagswünsche bekanntgab:

„Isono – fahr da hinten rechts rum und wende! Wir fahren nicht hin!“

Seto-samas treuem Assistenten brach der Schweiß aus. Panisch krallte er sich ins Lenkrad. Sicher, er sollte Mokuba-samas Order immer befolgen. Das hatte Seto-sama ihm fest eingetrichtert. Sonst gab es kein Weihnachtsgeld und einen dieser bösen eisblauen Blicke.

Aber zählte das auch, wenn es sich darum handelte, ein Duell seines hochgeschätzten Nii-sama zu...schwänzen?

Isono hüstelte und lachte nervös. „Ähm...aber....Mokubasir, das ist unmöglich...heute ist das Finale.... Seto-sama tritt wahrscheinlich in dieser Minute gegen Yugi Mutô an...das wollen Sie doch nicht verpassen...?“

Mokuba-sama knurrte und stemmte schmollend seine Füße gegen den Fahrersitz. Isono keuchte, als seine Markenturnschuhe ihn ins Kreuz trafen. „Eben. Seto tritt gegen Yugi Mutô an. Und darum verpass ich NICHTS.“

Rasch warf Isono einen Blick in den Himmel, ob bei dieser Lästerung nicht ein (eisblauer) Blitz herunterkam, um sie beide in der Luxuskarosse zu erschlagen. „I-ich weiß nicht, was S-sie meinen, Sir,“ beeilte er sich zu leugnen.

Der kleine Fahrgast lehnte sich vor. Isono sah diesen Verschwörerblick im Rückspiegel und ihm brach eine weitere Lage Schweiß aus. Es war Mokuba-samas „Komm, ich mach ne Probefahrt im neuen Drachenflieger und wir sagen meinem Bruder nichts, okeeeeeh?“-Blick. Dabei kam nie etwas Gutes raus... Isono schluckte.

„Komm schon,“ schnurrte das pelzverbrämte, durchtriebene Gesicht an seiner Schulter dann auch schon. „Wir fahren stattdessen zu Burger World, bestellen zwei Dutzend Doppelcheeseburger und machen schön blau, hm? Du willst es doch auch...!“

So. Nun musste der Blitz aber WIRKLICH kommen.

Die verschwitzten Handflächen begannen, am Lenkrad abzurutschen. Angestrengt schielte Isono auf die Straße.

Sie waren sowieso schon zu spät dran. Es waren noch etliche Kilometer runter an den Hafen, wo Pegasus´ Luxus-Kreuzer verankert war, auf dem sich die Finalisten schon tummelten. Wahrscheinlich lief das letzte Duell schon.

Und die VIP-Parkplätze waren bestimmt alle schon weg, und Isono hasste es, wenn die VIP-Parkplätze alle schon weg waren. Seto-sama würde böse sein, wenn er wieder im Halteverbot hinter der Grünanlage parkte.

Er hätte wissen müssen, dass so ein Akt der Rebellion bevorstand. Schon in dem Moment, als Mokuba-sama im Haus der Kaibas geschlagene 45 Minuten brauchte, um sich für den Finalabend das Gleiche anzuziehen, das er immer anhatte.

Dass sie danach 15 Tankstellen abgeklappert hatten, nur um für Mokuba-sama eine bestimmte Limo aufzutreiben („Ich WILL aber Tangerine Tango!“), hatte auch nicht gerade geholfen.

Und das allerschlimmste war: Mokuba-sama hatte mit allem recht.

Mhm. Doppel-Cheeseburger.

Mit zittrigen Fingern schaltete Isono die Nachrichten ein, um Mokuba-sama – und sich selbst – abzulenken und zu hören, ob sein Boss schon verloren hatte oder ob sie noch pünktlich kamen, um es mitansehen zu müssen.

„Wir unterbrechen unseren Livebericht von Underwater Duellists – Top Challenge 3000 für einige Produktinformationen...“

Mokuba-sama heulte auf. „Und dieses behämmerte Motto! Ich kann´s kaum erwarten, dass die Plakate wieder abkommen...!“

...und Duelists 4 Domino bringt euch die tolle neue Modelinie, damit man euch sofort als Topduellanten erkennt! It´s Time To Dress For Duel!

„Bitte! Isono!“ flehte Mokuba-sama mit einer Leidenschaft, mit der er sonst nur flehte, wenn es um seine Weihnachtsgeschenke ging. „Ich liebe meinen Bruder, aber ich WEISS wie das heute abend läuft, und ich KANN es mir nicht mehr ansehen, nicht noch mal...bitte...“

Isono presste die Zähne zusammen und drückte aufs Gas. Na schön, sie waren zu spät. Na schön, Seto-sama würde wie immer verlieren. Aber er würde seinen Boss nicht enttäuschen.

Diese Duell-Nacht würde NICHT zu Ende gehen, bevor Isono nicht Mokuba-sama abgeliefert hatte, damit dieser wenigstens EINMAL „Großer Bruder, du schaffst es!“ in die Runde brüllte, verdammt!

Falls er das vorhatte. Es sah nicht danach aus. Ok. Vielleicht ein bisschen aufbauende Pädagogik?

„Ab...aber Sir...Ihr Bruder könnte siegen, er hatte diese wirklich brillante Strategie...“

„...so wie letztes Mal...und vorletztes Mal...und vorvorletztes Mal...und all die Male davor....“

„Schon, aber....!“

„Isono!“ Mokuba-sama ließ eine zierliche Faust auf die Lehne niedersausen.

„Du weißt GENAU, wie es ausgeht! ALLE wissen, wie es ausgeht, nur SETO nicht...! Oder willst du mir erzählen, dass irgendwie ausgerechnet heute abend, ausgerechnet bei diesem Turnier, irgendwas total Unvorhergesehenes, Überraschendes passiert, mit dem keiner rechnet?!“

„...passierte hier heute abend in Maximilian Pegasus´ Wasser-Arena etwas Unvorhergesehenes, Überraschendes, mit dem die Duellantenwelt nicht rechnete...“

Einen Moment herrschte betäubte Stille im Inneren des millionenschweren Kaiba-Mobils.

Dann hatte Isono wieder Mokuba-samas Klaue in der Schulter. „Mach schon lauter, mann! Lauter! E-er hat ihn geschlagen ohmannerhatihngeschlagenundwirwarennichtda...!“ Die Stimme des kleineren Kaibas zitterte vor Aufregung.

In der Ferne tauchten die ersten Umrisse des Hafens auf. Die Sonne versenkte sich malerisch im Meer, aber die Insassen des dahingleitenden Straßenkreuzers waren abgelenkt.

„Das Underwater Duelists-Turnier von Maximilian Pegasus endete heute Abend mit einer Sensation. Nach Ewigkeiten des Wartens steht ein neuer Champion fest...und dieses Mal, liebe Hörer, ist es wirklich ein NEUER Champion...“

Isono biss sich vor Schmerz auf die Zunge, als er Fingernägel in seinem Fleisch spürte.

„U-und ich war nicht dabei,“ keuchte Mokuba-sama entsetzt. „E-er bringt mich um...“

„Entgegen aller Erwartungen hat Yonouchi Katsuya, 17, aus Domino – Experten bekannt als der ewige Zweite...oder auch Dritte, Vierte oder Fünfte – den Sieg im Finale gegen seinen Freund Yugi Mutô, den bisherigen Champion, erzielt...“

Eine gewaltige Fontäne Limonade schoss an Isonos Ohr vorbei, klatschte an die Windschutzscheibe und nahm ihm die Sicht. Mit einem panischen Aufschrei lenkte er den Wagen auf den Standstreifen, während Mokuba-sama hinter ihm auf der Rückbank rumkugelte, mit einem Erstickungsanfall kämpfte und gleichzeitig Satzfetzen ausprustete.

„D-das kann...doch...nicht...nein...nicht Yonouchi Kat-...nicht die Flohschl...- das...NEIN!“

„Zuvor hatte er erfolgreich Seto Kaiba, den bekannten Multimillionär und Erfinder des Dueldisc-Systems, geschlagen und auf den dritten Platz verwiesen. Damit hat Yonouchi die beispielloseste Gewinnstrecke hingelegt, seit Yugi Mutô damals aus dem Nichts die Duellantenwelt aufmischte...“
11.5.06 13:41


Leftovers



*stöhn* Wieso Gibt’s eigentlich so viele FFs, in denen Kaiba und Yonouchi *aus Versehen* im Bett miteinander landen und sich dann erst hinterher mögen lernen...? ôO Und warum kommt einem das bei den beiden so logisch vor...?

Der Plan: Mal was anderes – englische Fic! Irgendwie führte die Szene halt leider nirgendwo hin, aber ich finde, für ne Fremdsprache ist sie überraschend unscheiße.^^; Einige Teile des Dialogs mag ich heute noch. Außerdem fand ich es immer irgendwie lustig, dass es *tatsächlich* so was wie One Night Stand-Etikette Gibt!

*****

4.30 am: Violation Of Rules

„Kaiba“, Jonouchi panted as soon as he´d found his voice somewhere inside his mangled organism, „Why me?!“

The other boy let himself collapse on the bed next to his prey.

„I heard you were easy,“ he said reasonably, his voice exceptionally sound and sober for someone who had screamed his lungs out in ecstasy only half a minute ago. Jonouchi hadn´t checked, but he was quite sure that Kaiba´s bedroom was sound-proof or something, or else the CEO would´ve never let himself go like that. „And I heard it right.“

Jonouchi felt himself blush at this statement. Well, being as enthusiastic about himself as he was, of course he knew he WAS damn hot, to both men and women, and he was always in for that kind of fun. But even he hadn´t expected his least favourite person in the world to ravish him in like an animal in a dark hallway. And he definitely hadn´t expected himself to submit to this treatment.

But once he had gotten over the initial irritation, he had been, well, he had been in for that kind of fun, as always.

He was about to lash out a snarky reply when he realised he was too awkward to think of one. He knew this phenomenon all too well, and it still puzzled him. He never quite understood how two people could screw each other senseless in every depraved way they were prone of, and say the sweetest dirtiest things to each other while at it, and then suddenly feel weird, embarrassed and shy while the sheets dried.

Kaiba, on the other hand, didn´t look the least embarrassed or awkward. In fact, he looked quite comfortable, and very attractively so. He stretched out on said sheets, deliciously dripping with sweat, and looked as laid-back as Jonouchi had never seen him before. He even realised with some amazement that he was halfway to doze off. He´d never thougt that Kaiba was the type to get all comfy and snuggly after sex.

His doubt was confirmed a minute later, when Kaiba raised his head from the pillow, staring at him with sleepy blue eyes. If he looked like this, brunette hair all dishevelled, gaze all misty, his face calm and less vigilant, he almost looked nice, almost…harmless. But all doubts of who he was were removed when he opened his mouth.

„Close the door behind you when you leave.“

Jonouchi shot a quick glance at the huge panorama window. The curtains were down, but he could hear the distinct sound of heavy rain washing down the pavement. Not that he was keen on staying in Kaibas bed all night, but…he couldn´t possibly be serious, could he…? At least, Kaiba was the one who bit HIS earlobe first, and not the other way around!

„Waddaya mean: leave?“ he queried carefully.

Kaiba made a small, moaning sound. And it wasn´t the kind of approving moan Jonouchi had heard from this lips not so long ago. „What could I mean? I mean out. To YOUR home. YOUR bed. That kind of thing. You know.“

Face met pillow. The CEO wasn´t open to negotiations, obviously.

Jonouchi felt a sudden pang in his stomach, he didn´t exactly know what caused it. It surely wasn´t something emotional, but he felt the urge to argue his case.

„Look,“ he started, talking to the tousled back of Kaiba´s head, „I don´t expect you to offer me French breakfast or a foot rub when I get up, but at least you could offer me a guest room…or a couch…or a cab. There are some basic rules to One Night Stands that even YOU must admit. Believe me. I know more about the etiquettes of Hit-n-Run-fucking than you ever will!“

He bit his tongue when he realised that this last statement didn´t exactly flatter him much.

„What I mean is, you cannot jump me like a rabid drake in spring and then chuck me out in the rain.“ He crossed his arms on his chest and suddenly wished he had his pants back on. He had the slight feeling this whole little speech to save his dignity would´ve been stronger with his pants back on. Or if he´d at least known where the hell they were.

Not that Kaiba looked up, anyway.

„You´ll find out I can,“ came a muffled reply out of the depths of the pillow. „This is a single-sized bed. I can´t sleep when someone is taking up my space.“

Jonouchi glanced around the regal bed they were lying in. It was huge enough even if they had decided to take on a mad orgy with the entire crew of the Titanic. He couldn´t believe Kaiba was THAT lame at thinking out lame after-sex excuses.

*Single-sized bed.* He knew Kaiba had a big ego, but this was too much.

„I know you think I´m a no-brainer,“ he snarled, „but you don´t need to insult the bit of brains I got. At least say something remotely credible like you hafta get up early for work tomorrow or somethin.“

„Thanks for reminding me,“ Kaiba sighed. „Actually I do. And this whole post-coital conversation starts to wear me off. Go and find yourself a bus. Domino still HAS buses, right? Not that I would know.“

The humiliation was burning its way through Jonouchi´s system while he cursed, searching for his clothes in the dark. If SOMEONE was old enough to fuck around, SOMEONE should be mature enough to show the least bit of decency. If people ended up in Jonouchi´s bed in a night like this, they would at least get a coffee in the morning, and an aspirin when necessary, and a polite, although dishonest, promise he´d call them again. That was the least one could do. In the world of casual sex, you had to do things like this, even if your name WAS Kaiba, dammit!

And whose socks were those…? His? Fuck, every single boy in the world wore black socks, how was one supposed to tell them apart? And if Kaiba had to seal his monogram on absolutely everything, why didn´t he label his socks?

Jonouchi put them on. Who cared. He was quite sure that Kaiba could afford new socks.

After some fleeting minutes – he didn´t feel the desire to hang around – he was restored and ready to face the soaking night. At least he could leave like a proud man and not like some little…well…

He turned his head to the slender figure spread on the bed and felt the sudden urge to bother him one last time. If he couldn´t make him feel as miserable as he was, he could at least BOTHER him. He was good at that.

He didn´t get any reaction when he kicked the bed the first time, but after a few more attempts, maybe twelve, he heard a groan.

„You.“

No sound. None.

„Lend me money.“

The dishevelled head rose from the pillow with an exhausted hiss. „What?“

Jonouchi gritted his teeth. The sour spot in this little payback was that he was honest.

„The Bus. You know, you have to PAY for the bus. I have nothin on me. If you want me to disappear, you´ll have to help me out.“

Now the other one was really looking at him. Looking at him as if he´d considered to have him beaten up and dumped in some parking lot, for a more effective resolution.

„I was supposed to return with Honda, but then we made out, and he picked up my sister instead and took her to God Knows Where. And you´re responsible. And you see, if there´s no bus, I´ll have to take a taxi, and that´s more expensive.“ he reasoned. „So we better make it a little more.“

He stretched out his hand. He knew this gesture was a little over the top, but he was warming up to it. It was at the same time remotely humiliating and highly amusing.

Kaiba had been right. This WAS wearing him off. He looked tired, stressed, and wary. And still unfamiliar since he was up to his neck in a blanket.

But it was only a few moments until he started to smirk. A little first, then full blast like he always did when he taunted Jonouchi with the same uninspired insults he used since they first met. He stretched out a naked arm and pointed towards a little table near the door.

„Your money´s on the table,“ he commented, „Bitch.“

Jonouchi drew his head back and was about to explode…would have exploded…if this whole situation wouldn´t have been so…old.

Instead, he found himself hissing in exhaustion now. „Just found yourself a new dimension of snarking, didn´t you?“

The other one smirked wider, but looked a little caught. „Yes, I think I did.“

Well, at least there really was money on that table.

Jonouchi stuffed it into his jacket before he turned to kick the bed once again.

The one on the bed didn´t move. There was no chance for a reaction whatsoever.

„This was the worst violation of casual sex rules I ever saw,“ Jonouchi spat. „Just so you know.“

„Cut it,“ Kaiba responded, „I´ve had my share of rule-violation for tonight.“
11.5.06 13:42


Lost In Translation




Der Plan: Mokuba hat einen kleinen „Lost In Translation“-Moment in Amerika nach BCT.

Es dreht sich um nichts bestimmtes. Ich habe mir irgendwie nur vorgestellt, wie der kleine Floh so fremdelnd durchs riesige New York irrt, während Nii-sama Business tätigt.
Außerdem kenn ich diese Nachts-an-der-Tanke-Situation selbst. *G*


*****

Klick.

„Hmmm?“

„Hallo....? Kann ich reinkommen...?“

„Nein.“

Der verpickelte, mürrische Mann hinter der Scheibe musterte den fröstelnden Teenager misstrauisch. Er fühlte sich unübersehbar belästigt.

„Ich kann dich nicht reinlassen. Sicherheit, weißt du.“

Mokuba zerrte an seinem Mantel, um ihn fester zuzuziehen. Kleine Wölkchen stiegen aus seinem Mund auf, als er weitersprach.

„Seh ich aus wie´n Tankstellenräuber? Ich will nur was kaufen.“

Um seine Worte zu unterstützen, holte Mokuba seine Goldene Kreditkarte aus dem Mantel und schwenkte damit vor dem Gesicht des Mannes herum. Diese Kreditkarte war sein einigen Wochen sein bester Freund. Sein einziger Freund, konnte man sagen.

„Kleiner, bist du übergeschnappt?!“ Grunzte der Mann am Tankstellenschalter ihn an. „Pack sofort diese Karte wieder ein. Willst du überfallen werden und in `ner Mülltonne enden?“

Zähneknirschend liess Mokuba die Goldkarte wieder sinken. Zu Hause, da hatte man ihn überall, wo er hinkam, mit Sir angeredet, rollte ihm den roten Teppich aus, kroch ihm in den Arsch. Sein Name hatte diesen Effekt.

Und so nervtötend das auch manchmal war, hier vermisste er es plötzlich, so wie er alles vermisste. Hier hinterliess sein Name nur ausdruckslose, unbeeindruckte Gesichter.

Hier wurde es schrecklich kompliziert für ihn, wenn er um drei Uhr Nachts versuchte, was zu essen zu bekommen.

Der Tankstellenwart deutete auf die Sprechanlage. „So. Du bleibst draussen und sagst mir, was du willst. Mach, ich hab noch andere Sachen zu tun.“

Mokuba sah sich verstohlen auf dem menschenverlassenen Parkplatz um und betrachtete das tote, klinisch beleuchtete Innere der Tankstelle. Er konnte sich nicht ernsthaft vorstellen, dass dieser Mann hier irgendwas zu tun hatte.

Oh mann, wenn er gezwungen wäre, sich an einem so öden Ort sein Brot zu verdienen, würde er den Kunden auf Knien danken, dass sie mit ihm sprachen...!

Nicht, dass Mokuba Kaiba irgendwann mal daran denken musste, sein Brot zu verdienen. Nein, Sir.

„Also schön. Ich will eine Schachtel Abberlines, eine Vanilla Coke und dazu...Eiscreme...“

Der Mann war nicht begeistert. „Welche Sorte? Ich hab tausend Eiscremes hier. Das ist Amerika, Kleiner.“

„Was denn für welche?“

Hinter der kugelsicheren Scheibe rollte der Mann die Augen, als er lustlos vorzutragen begann: „Wir haben Erdbeer-Käsekuchen, Minze-Pfeffer-Kirschsorbet, Keks mit flüssigem Zucker, doppelt Schokolade, dreifach Schokolade, weisse Schokolade mit Trüffel und Amaretto, Biscotti mit Heidelbeerschaum, Tiramisu-Sahne, Sahne-Tiramisu, Pizza-Geschmack und bunte Pralinen mit flüssigem Keks. Was soll´s sein?“

Mokuba schwirrte der Kopf. „Äh...was ist der Unterschied zwischen Sahne-Tiramisu und Tiramisu-Sahne...?“

Der Mann sah ihn als, als kämen Tentakel aus seinen Ohren. „Bei Tiramisu-Sahne ist das Tiramisu unten und die Sahne oben. Was ist das für ´ne Frage?“

„Gibt es überhaupt so was wie flüssigen Keks...?“

„Kleiner...stiehl mir nicht meine Zeit, hm?“

„Na schön, dann nehm ich...äh...was war das erste?“

„Erdbeer-Käsekuchen?“

„Dann nehm ich das. Oh, und ´ne Pizza.“

Der Tankstellenwirt mass ihn mit einem mordlüsternen Blick. „Welche Sorte?“

Nein, nicht noch so ein Spielchen! „Vergessen Sie die Pizza. Das war´s.“

Mokuba wartete, während der Tankstellenwart sich im Zeitlupentempo aufmachte, seine Einkäufe zu verpacken.

Er blies auf seiner Finger, aber das brachte ihr Leben nicht zurück. In all den bunten Prospekten von New York, die Seto ihm vor der Abreise gezeigt hatte, stand nirgendwo drin, dass man sich die meistes Zeit den Arsch abfrohr.

Vage war dem kleineren Kaiba bewusst, dass er so, wie er Nachts durch die Strassen lief, förmlich ein Geschenk für die Strassenräuber war, die sich auf der Upper East Side durchschlugen. Er war ein ungekämmtes, 14 Jahre altes Kind mit einer Goldenen Kreditkarte und ohne Nahkampftechnik. Trotzdem trieb es ihn immer wieder aus seinem Hotelzimmer heraus. Fast hatte er das Gefühl, er wünschte sich eigentlich, dass ihm eines Tages eine Bande Killer mit Messer gegenüberstehen würde.

Dann würde wenigstens was passieren. Irgendwas.

„Da.“ Eine kleine Schublade krachte auf, in der Mokubas Einkäufe verstreut lagen. Er bückte sich danach, aber der Mann zerrte sie so weit wieder zurück, dass er dem Teenager fast die Finger abgeklemmt hätte.

„Nichts da. Das macht 18 Dollar.“

Mokuba verstand zunächst nicht, wie das funktionieren sollte. Dann leuchtete es ihm ein, und er schmiss seine Kreditkarte in die Schublade. Der Mann holte sie ein und warf einen Blick drauf.

„Tut mir leid,“ sagte er, nun absolut geschäftsmässig, „Domino? Die nehmen wir nicht.“

Dann eben kein Eis, verdammt.

Mokuba warf die nutzlose Kreditkarte achtlos auf sein Bett, als er ins Hotelzimmer zurückkehrte, und warf sich selbst hinterher, mit Schuhen, Mantel und allem.

Die Fische, seine einzige Gesellschaft, trieben leidenschaftslos wie immer durch ihr tropisches Plastikparadies. Das Aquarium sonderte ein leises Blubbern ab. Das und das anhaltende leise Surren der Klimaanlage waren die einzigen Geräusche, die Mokubas Tage begleiteten.

Zu Beginn war er noch rausgegangen, voller Begeisterung, Amerika, und er war in New York rumgelaufen und hatte Fotos geschossen und sie Seto geschickt, der zur Zeit von Stadt zu Stadt reiste, um Investoren, Softwareexperten und weiss Gott wen zu treffen.

Er hatte damit aufgehört, als er merkte, dass Seto all seine Fotos sowieso nur löschte ohne sie anzusehen. Sie nahmen zu viel Speicherplatz in seiner Mailbox ein.

Damals hatte Mokuba auch noch geglaubt, sie würden hier irgendwo ein richtiges Haus kaufen, einziehen, sich ein zu Hause schaffen. Aber nein, Seto hatte offenbar vor, ihre Zeit in Amerika nur auf verschiedene Hotels zu verteilen. Er mochte das Land nicht.

Andererseits....was mochte Nii-sama schon?
11.5.06 13:52


Und bei dir so...?



Der Plan: Die Geschichte wär ein tolles FanArt gewesen, leider kann ich nix zeichnen! Als FF fand ich´s dann zu umständlich... Ich dachte halt, Mokuba müsste mal seine Teen Rebel-Seite zeigen (die er sicher hat!), und ich stellte mir das so süß vor, wenn ihm das vor Seto dann doch nur schrecklich peinlich ist...
Geendet hätte alles natürlich mit ner süßen Versöhnung und damit, dass Kaiba den T-Shirt-Designer verklagt.


*****

Mokuba unternimmt drastische Massnahmen, um aus dem Schatten seines Nii-sama zu treten. Seto ist nicht amüsiert. Nur ein kleiner Einblick an den Frühstückstisch der Kaiba-Brüder (mhm, schön wär´s). One-shot.


Es war eine Kurzschlussreaktion. Anders konnte Mokuba es später nicht erklären. Einer von diesen Momenten, in denen man handelte, bevor das Gehirn auch nur die Chance bekam, aufzuschrecken und zu brüllen „Häh!?“

So ein Moment war das.

Und ehe man sich versah, hatte man schon seine Goldkreditkarte in der Hand und sagte: „Packen Sie´ein, bitte.“ Und das Kommende war nicht mehr aufzuhalten.

Aber diese Einsicht kam später. Als Mokuba Kaiba sich an diesem Morgen im Spiegel begutachtete, hielt er alles noch für eine wirklich tolle Idee.

Sein neues Ich. Da war es. Heute würde alles anders werden. Alle würden sehen, dass er nicht nur das kleine Anhängsel von Seto Kaiba war. Dass er Persönlichkeit hatte und Witz und solche Sachen.

Er würde heute NICHT die Treppen zur Schule hochschleichen, als besteige er den Everest.

Er würde heute NICHT allein in der Kantine rumhocken und verbiestert in seine Milch starren.

Er würde heute NICHT das Opfer des „He-du-bist-doch-der-kleine-Bruder-von-Kaiba“-Effektes werden, o nein. Er würde es allen beweisen.

Womit er nicht rechnete, war an diesem Morgen in die Küche zu kommen und dort den einzigen Menschen zu treffen, dem er sein neues Ich nicht vorstellen wollte.

„Seto,“ ächzte er, „wieso bist du noch hier?!“

Seto Kaibas Lippen kräuselten sich unwillig, als er den totalen Mangel an Begeisterung in Mokubas Stimme vernahm. Er sah noch nicht einmal auf.

„Die Umbauarbeiten in der Firma machen mich krank. Ich kann nicht denken bei dem Lärm. Ich arbeite heute zu Hause, wenn es dir nichts ausm...-“

Nun hatte er doch aufgesehen. Und er hatte ES gesehen, kein Zweifel. Sein Blick rutschte an seinem kleinen Bruder abwärts und heftete sich an dessen Brust, wo er betroffen klebenblieb.

Auf Mokubas brandneues T-Shirt, auf er so stolz war. Mokubas brandneues T-Shirt, auf dem in riesigen roten Buchstaben stand:

DUEL MONSTERS SUCKZ!

Und Mokuba wusste, dass nichts, aber auch überhaupt nichts, diesen Totalschaden wieder beheben konnte.

Er beobachtete, wie die wenige Farbe in rasender Geschwindigkeit aus dem Gesicht seines Bruders kroch, während Setos kühle Augen abwechselnd verschwindend klein und dann riesengross wurden. Seine Kinnlade schnappte bedrohlich.

Sie starrten sich an. Eine Minute. Zwei Minuten. Viele Minuten. Mokuba fühlte das Blut durch seine Ohren rauschen und wartete. Wartete auf die unvermeidliche Explosion. Den Zorn seines Nii-sama.

Aber die Explosion blieb aus. Seto klappte nur abrupt den Mund wieder zu und wandte peinlich berührt den Blick ab, als würde sein kleiner Bruder vor seinen Augen in einem Bananenröckchen Hula tanzen oder ähnlich Beschämendes. Und begann, intensiv seinen schwarzen Kaffee umzurühren.

Mokuba schlich durch die Küche und suchte seine Sachen fürs Frühstück zusammen. Dabei spürte er, wie Setos wachsame Augen über dem Rand des Kaffebechers an ihm klebten, alle seine Bewegungen verfolgend.

Auf der Hinterseite seines T-Shirts stand: LANG LEBE DUEL MASTERS!

Aber immer wenn er sich zu seinem Bruder umsah, starrte dieser wieder meditativ in seinen Kaffeebecher.

Schweigen. Bleiernes Schweigen. Der Kühlschrank knarzte, das Besteck klapperte, die Milch plätschterte. Noch mehr Schweigen.

Mokuba setzte sich und beäugte seine Cornflakes. Ihm war total schleierhaft, wie er auch nur einen Krümel davon durch seinen viel zu engen, total ausgetrockneten Hals bekommen sollte.

Ihm wäre fast der Löffel aus der Hand geflogen, als Seto plötzlich unerwartet bellte: „UND?!“

Er fuhr zusammen. Nun kam sie. Die Reaktion, die er befürchtet, aber sich auch irgendwie erhofft hatte. Seto MUSSTE einfach etwas dazu sagen...es konnte ihm nicht gleichgültig sein...Und er, Mokuba, würde dazu stehen. Er würde seine Idee gegen seinen Bruder verteidigen. Seto, würde er sagen...-

„...wie läuft´s so, Mokuba?“

Mokuba starrte ihn eine Sekunde entgeistert an. Sein Bruder hatte von seinem Geldblatt aufgesehen und fixierte ihn mit seinem besten Versuch eines neutral-freundlichen Gesichtsausdruckes.

Und dann dämmerte es ihm, dass Seto einen seiner Versuche unternahm, ein lockeres Gespräch anzufangen.

Früher einmal hatte Mokuba geglaubt, dass sein Nii-sama einfach alles konnte. Aber während er älter wurde, waren ihm immer mehr Sachen aufgefallen, die Seto entschieden NICHT konnte, und eine davon war Small Talk.

Seto konnte dozieren, drohen, prahlen, spöttische Kommentare abgeben und Menschen an die Wand diskutieren. Was er nicht konnte, war ein lockeres Gespräch anfangen. Wie auch. Er hatte nie die Chance, es zu erlernen. Mokuba beschloss, ihm den Gefallen zu tun.

„Kann nicht klagen. Und selbst?“

„Alles bestens. Und bei dir so?“

„Fein.“

„Gut.“

„Ja.“

Setos Löffel klirrte im Becher. Mokuba räusperte sich. Seto hüstelte. Das Papier in seiner Hand raschelte. Das Quietschen von Mokubas Turnschuhen hörte sich in seinen Ohren an, als würde ein 16-Tonner beim Vollbremsen über eine Teerstrasse schleifen. Die Stille zwischen ihnen war so ohrenbetäubend, wie sie nur sein konnte zwischen zwei Menschen, die sich in diesem Moment aber auch wirklich nichts zu sagen hatten.

Allmählich wünschte sich Mokuba, sein Bruder würde wütend werden, ihn geradewegs in sein Zimmer zurückbrüllen, ihm Vorhaltungen machen, irgendwas. Er konnte mit fast allen von Setos Launen umgehen, auch die schlechten...aber worauf er nicht vorbereitet war, war dieses ratlose, hilflose Schweigen.

Sollte er selbst etwas dazu sagen...? Versuchen, ES zu erklären? ES zu entschuldigen...?

Nein. Seto hätte das nicht sehen sollen, das war die reine Wahrheit. Nun hatte er es bemerkt, und kein Wort der Welt konnte das wiedergutmachen.

Mechanisch schaufelte Mokuba Cornflakes in sich hinein und heftete seinen Blick leidenschaftlich auf die Anzeige der Küchenuhr. Die Minuten verannen zwischen ihnen wie zäher Sirup, während Setos Wirtschaftblatt weiter raschelte und das Geschirr verschämt klirrte.

Sein älterer Bruder hatte sich hinter dem Papier effektiv versteckt, nur seine Fingerknöchel wirkten etwas zu angespannt.
11.5.06 13:53


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