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Steinbruch

Tag der Idioten



Der Plan: Mokuba hört zum ersten mal von einer bizarren Veranstaltung namens Valentinstag. Sein Bruder erklärt ihm zwar, dass dieser Tag nur dazu da ist, dass Vollidioten Geld für Blumen ausgeben, aber Mokuba möchte trotzdem ein Date. Er wendet sich an einen Computer-Kuppel-Service und lernt einen hinreißenden Internet-Flirt kennen. Der Valentinstag kommt, und Mokuba begibt sich zu seinem Date, zusammen mit Seto, der sich hat breitschlagen lassen, den Kuppel-Service ebenfalls auszuprobieren.
Natürlich stellt sich heraus, dass die beiden Kaibas sich gegenseitig daten. Alles ist schrecklich peinlich...aber irgendwie sehen sie auch ein, dass sie füreinander bestimmt sind.

War natürlich als Valentins-FF angedacht. Ähm...tscha, eMail für dich in der Kaiba-Variante. Vielleicht ok, dass nix draus wurde. Der Part mit den Kaibas und dem Weihnachtsmann im Waisenhaus gefällt mir aber. J Und der Titel. *G*


*****

i´m trough with love
i´ll never fall again
said adieu to love
don´t ever call again
cause it must be you
or no one
that´s why i´m through with love




Es gab – insgesamt betrachtet – nur einige wenige Geräusche, die Seto Kaiba im täglichen Leben ertragen konnte. Und noch weniger Geräusche, die er wirklich, wirklich mochte.

Genaugenommen gab es nur drei.

Er mochte das saubere *plingplingpling*, wenn seinen Herausforderern die Lebenspunkte ausgingen.

Er mochte das *fwooosh!* seines Mantels, wenn er hinter ihm im Wind wehte....um ehrlich zu sein, arbeitete er sogar stets daran, seinen nächsten Mantel *fwoooshiger* als den zuvor zu machen.

Aber das Geräusch, das er mit Abstand am liebsten hatte, war...

„Nii – sama?“

Dieses.

Seto Kaiba hasste es, unterbrochen zu werden – insbesondere, da er sich nicht vorstellen konnte, was die Welt zu bieten haben sollte, IHN zu unterbrechen – aber Mokuba war etwas anderes. Er war immer ein erfreulicher Anblick. Der erfreulichste Anblick, den Seto kannte – neben Yugi Mutôs blödem Gesicht, wenn er ihn in die Enge trieb.

Mokuba konnte Seto sogar dazu bringen, das Gesicht für einen Moment aus dem Gewühl von Drähten zu nehmen, das irgendwann mal eine brandneue Duel Disc werden sollte.

„Was gibt´s, Mokub...- „

Setos Blick fiel auf das Gesicht seines kleinen Bruders, und er verstummte erst mal.

Mokuba sah nicht so aus, als wäre er gekommen, um seinem älteren Bruder fettiges Fast Food anzubieten und ihn zum Plaudern zu überreden, wie sonst. Er sah auch nicht aus, als hätte er dringende Neuigkeiten – in dem Fall wäre er mit rudernden Armen und fliegenden schwarzen Haaren vorangestürmt.

Er sah vielmehr aus, als wäre ihm im Vorzimmer Gozaburos Geist erschienen, und er wäre immer noch nicht drüber weg.

Mokubas dunkles, kluges Gesicht war eingefroren. Eine der feinen schwarzen Augenbrauen – die linke, um genau zu sein – war fast in seinem wuscheligen Haaransatz verschwunden. Die eine Hand hatte er nachdenklich in die Hosentasche versenkt, die andere hielt seinen kleinen schwarzen Terminkalender mit dem Zeichen des Weißen Drachen darauf. Zwischen seinen Augen stand eine hohe, äußerst seltene Falte.

„Seto...“ sagte er, ohne aus dem Kalender aufzublicken, „Wasisndasn?“

Er wirkte so verwirrt, dass er nicht einmal daran dachte, näherzukommen. Widerwillig riss Seto sich von seinen Drähten und Elektroden los und stellte sich hinter Mokuba, um besser sehen zu können. Er warf einen schnellen Blick auf die Kalenderseite und konnte nichts Ungewöhnliches entdecken.

„Was soll sein, Mokuba...? Gibt´s ein Problem mit dem Duel Disc-Release nächsten Monat?“

Mokuba hatte seit einiger Zeit neben dem Posten des Vizepräsidenten die Aufgabe des Kaiba Corp.-Experten für Festlichkeiten aller Art übernommen. Da Seto wenig bis gar kein Talent für organisierte Fröhlichkeit an den Tag legte, aber hin und wieder Parties für seine Kunden schmeissen musste, war er dankbar gewesen. Mokuba schien mit Heiterkeit und ähnlichem Schwachsinn mehr anfangen zu können.

Da kam ihm ein furchtbarer Gedanke... Seto zog die Stirn in Falten. „Die Deko muss nicht SCHON WIEDER extra aus Mexiko eingeflogen werden? Pegasus will nicht SCHON WIEDER in Frauenkleidern erscheinen? Bitte sag mir, dass es das nicht ist!“

Mokuba machte sich immer noch nicht die Mühe, seinen Bruder anzusehen. Er wedelte nur abwesend mit der Hand, den Blick weiter in die Kalenderseiten geheftet.

„Nein, das isses nicht,“ meinte er langsam. „Die Eisfiguren sind schon bestellt, und Pegasus will in nem grünen Frack kommen oder so....ich mein DAS hier.“ Er legte den Finger auf ein Datum. „Hier. Das hab ich noch nie bemerkt. Das Datum ist rot markiert, und da ist sogar ein Herzchen daneben gedruckt...aber was...Nii-sama, was zum Geier ist denn...Sankt Valentin...?“

Nun sah er auf, das Gesicht fragend und zerknautscht. Gerade noch rechtzeitig, um Setos hasserfüllten Blick zu bemerkten, mit dem er das Herzchen bedachte.

Seto schnaubte. Nicht doch. DIE Scheisse. Hatte er fast vergessen. Und er wünschte sich, er wäre niemals dran erinnert worden.

„Kümmer dich nicht drum,“ sagte er brüsk und wandte sich ab. Mokuba blinzelte erschrocken.

Abrupt setzte der ältere Kaiba sich in Bewegung und kehrte an die offenen Eingeweide der Duel Disc zurück. Er nahm eine Pinzette zur Hand und begann, in der Verkabelung zu wühlen.

Innerlich köchelte er. Er verspürte einen zornigen Stich darüber, dass Mokuba überhaupt über diesen Blödsinn gestolpert war. Sein kleiner Bruder war intelligent, er war aufgeweckt, er sollte nicht mit solchen Albernheiten konfrontiert sein. Es fühlte sich ein wenig an, als habe er mitangesehen, wie Mokuba mit Schmutz beworfen wurde.

Bevor er es aufhalten konnte, bahnten sich die wütenden Worte ihren Weg von seinen Lippen: „Valentin, Mokuba, ist ein vollkommen idiotischer Tag, der von Großunternehmern erfunden wurde, um die Blumen- und Pralinenpreise in die Höhe zu treiben. Es ist ein sinnloses Spektakel, bei dem von Seiten der Geschäftsleute temporäre Verblödung ermutigt wird. Und alle, die noch mehr als eine lebende Gehirnzelle besitzen, ignorieren diesen Tag und warten, dass er vorbei ist.“

Mokuba beobachtete besorgt, wie sein älterer Bruder die Pinzette in seine neueste Erfindung rammte. Er hatte seinen ersten Schock über Setos Grobheit offenbar überwunden. Mokuba war zu lange Setos Bruder, um sich von solchen Wutanfällen verschrecken zu lassen.

„Und was...was machen die Leute so, an diesem Tag?“ forschte er vorsichtig nach.

Entnervt schmiss Seto die Pinzette auf die Seite und Griff nach einer Zange. Ihm war danach, irgendwas durchzuschneiden. „Sie schicken kitschige Postkarten an Leute, die sie lieben,“ sagte er ungeduldig. So viel war bei ihm über Valentinsbräuche hängengeblieben. Alberne Postkarten mit Kätzchen oder Vogelzeugs drauf, die unnatürlich große Augen hatten.

Mokuba blinzelte. „Soll das heissen...ich schick dir dann ne kitschige Karte und du schickst mir eine...?“

Seto konnte sich ein spöttisches Lachen nicht verkneifen. „Wir?! Nein.“

Mokuba war entrüstet. „Aber...wir lieben uns doch...!“

Seto sah auf und liess die Zange neben sich auf dem Tisch liegen. Er brauchte einen Moment, um das zu verdauen.

Es war seltsam: Mokubas unbekümmerte Art, seine Zuneigung zu zeigen, erwischte ihn immer wieder unerwartet. Seto wusste, dass er seinen Bruder liebte. Er wusste auch, dass sein Leben auf der Stelle enden würde, wenn es andersherum nicht auch so wäre.

Trotzdem – diese Dinge in den Mund zu nehmen war nicht seine Sache. Das Wort Liebe bereitete ihm immer Unbehagen.

Es drückte so viele Sachen aus, von denen er nicht viel wusste – und an die er, offen gestanden, nicht wirklich glaubte.

Er vermied dieses Wort, wenn er konnte. Auch Mokuba gegenüber.

„Nani – ?! Oh, nein, Mokuba, das gilt nur für Leute, die sich auf diese andere Art lieben...du weißt schon...wie in diesen Filmen, die nachts im Fernsehen kommen...oder...“ er suchte nach einem anschaulichen Beispiel. In seinem eigenen Leben fand er keins. „Oder wie Yugi Mutô und dieser Cheerleader.“ meinte er schließlich hilflos.

Mokuba dachte einen Moment darüber nach. Sein Blick wanderte zwischen dem Kalender und seinem Bruder hin und her. Bis ihn die Erkenntnis erwischte, und seine Augen gross wurden.

„Oh...oh! Du meinst DIESE Art von Liebe.“ Er machte eine Grimasse. „Diese alberne Art, meinst du.“

Seto nickte zufrieden. Offenbar hatte Mokuba ihm aufmerksam zugehört, wenn er über diese andere Art von Liebe hergezogen hatte. Gut für ihn.

„Genau. Die alberne. Mit der wir nichts zu tun haben.“ Er schnappte sich die Zange und hängte sich wieder in die Duel Disc. Immerhin musste das Ding bis zu dem Release fit sein...

Seto brauchte eine Weile, bis er merkte, dass seine harten Worte nicht gefruchtet hatten. Mokuba stand immer noch da und sah ihm zu, wie er an den Drähten herumbastelte, aber er wirkte, als denke er über irgendetwas anderes nach.

„Du...du stehst immer noch da...?“ sagte er unsicher. Es kam nicht ganz so freundlich rüber wie geplant.

Wenn Seto eines vermeiden wollte, dann, dass Mokuba noch mehr von seiner wirklich wertvollen Geisteskraft auf Valentin verschwendete.

„Seto,“ Mokuba schlenderte zu Setos Arbeitstisch, stützte die Ellenbogen auf und sah in fragend an, „dieser Tag scheint vielen Leuten ne Menge zu bedeuten. In der Schule reden sie alle von nichts anderem mehr. Valentin hier, Valentin da...wenn es so albern ist, warum bedeutet es den Leuten so viel?“

Mit einem Flattern seines Mantels neigte sich Seto weiter runter, um Mokuba in die Augen zu sehen. Er überlegte, wie er seinem kleinen Bruder klar machen konnte, was er dachte...

„Mokuba,“ fiel ihm dann ein, „erinnerst du dich an diese Geschichte vom Weihnachtsmann?“

Mokuba überlegte. Dann schnippte er mit den Fingern. „Santa Claus? Dieser Dicke mit den Geschenken? An den im Waisenhaus alle geglaubt haben, nur wir nicht?“

Er verzog das Gesicht. Seto musste Grinsen. Na schön, das war auch wirklich nicht ihr tollstes Weihnachten gewesen.

Es hatte einen ziemlichen Tumult an diesem Weihnachtsabend im Waisenhaus gegeben, weil Seto den bestellten Weihnachtsmann beschuldigt hatte, eben bestellt und ausserdem ein arbeitsloser Student zu sein. Mokuba hatte daraufhin einer Betreuerin schlimme Bisswunden zugefügt, als sie versuchte, Seto aus dem Raum zu schmeissen.

Schlussendlich hatten sie dann Weihnachten zusammen mit Stubenarrest verbracht. Der Teil war nicht schlecht gewesen, eigentlich.

„Siehst du, du weißt es noch,“ fuhr Seto fort, als er sah, wie Mokuba ebenfalls ein Grinsen runterschluckte. „Und das mit Valentin ist genau so ein Schrott. Die Leute wollen nicht an die Realität glauben, denn die ist hässlich. Sie wollen viel lieber irgendeinen ausgedachten Mist glauben, der aber hübscher klingt.“

„Aber wir sind natürlich schlauer?“ fragte Mokuba. Seine Mundwinkel zuckten leicht. Seto blieb ernst.

„So ist es. Wir sind zu klug für so was. Es ist so: die meisten Leute führen ein ödes, ereignisloses Leben. Darum wollen sie sich einreden, dass sie in Wirklichkeit in so einer Welt voller Leidenschaft und Hingabe und was nicht alles leben. Und an Valentin bilden sie sich ein, sie könnten sich besser verlieben oder sie wären furchtbar verliebt. Oder so.“

Er drückte seinem kleinen Bruder die Schulter. „Unser Leben, Mokuba, ist weder öde noch ereignislos. Und wir sind zu schlau, uns was einzubilden. Darum geht uns dieser Tag auch rein gar nichts an.“

Er sah seinem kleinen Bruder ins Gesicht und erwartete das übliche – ein Kopfnicken, ein Lächeln, ein „Hast recht, Nii-sama!“ - aber der Kleine...schüttelte nur den Kopf, während sich ein breites Grinsen auf seinen Zügen ausbreitete. Er sah bedauernd aus und fast – konnte das wahr sein?! – fast ein bisschen...mitleidig...?

„Mann, Nii-sama,“ seufzte er, und fast hätte man es für Spott halten können, hätte sein Gesicht nicht so liebenswürdig gestrahlt, „müssen wir Kaibas denn für ALLES zu schlau sein...? So, wie meine Klassenleute es schildern, hört es sich an, als wäre es ein Spass.“

Seto richtete sich auf und blinzelte. Beinahe tat es ihm ein bisschen leid, Mokuba die Freude versaut zu haben...aber sollte er dastehen und abwarten, bis sein Bruder von selbst rausfand, dass Liebe ein Hirngespinst war? War es nicht fairer, ihn zu warnen?

Er versuchte, seiner kalten Stimme etwas Trost beizumischen. „Ich...es gibt doch noch andere Sachen, die Spass machen...“

Mokuba sah ihn neugierig an. Mist. Nicht, dass Seto besonders viel Ahnung von Sachen hatte, die Spass machten.

„Duel Monsters, zum Beispiel. Börsenkurse. Leute auf der Schnellstrasse im Auto überholen...“ Setos Stimme verebbte. Mehr spassige Sache fielen ihm nicht ein.

Mokuba gluckste. „Stimmt. Es macht immer Spass, wenn du Leute überholst ...trotzdem...schade.“

„Du kannst heute die Wartung der Hauptanlage übernehmen, wenn du willst,“ bot Seto an. Er verzichtete ungern darauf, aber sein Umgang mit Mokuba tat ihm leid. „Das macht doch Spass – etwa nicht.“

Sein kleiner Bruder warf den Kopf nach hinten und lachte ein explodierendes, helles Lachen. Seto beobachtete ihn und wusste nicht, ob er mitlachen oder die Augen warnend zusammenkneifen sollte. Mokubas Lachen bereitete ihm immer Freude – auch wenn es so aussah, als würde er ihn auslachen...
11.5.06 13:54


The Kiss



ÔO Wieso sind eigentlich immer die Noa-Sachen nix Geworden?! Was soll das?!

Der Plan: Wenn man seinen Körper wieder zurückhat, will man alles ausprobieren. Noa ist zurück, und Noa will küssen. Aber wen...? So weit alles klar.

*heul* Nun kann ich es euch auch sagen: Noas erster Kuß wäre – natürlich sein Seto Aniki/Otôtô (ist die Familie kompliziert...!) Geworden. Schade, DEN Kuß hätt ich Gern Geschrieben...!


*****

„Mokuba...“

Sein eigener flehender Unterton passte Noa überhaupt nicht. Ihm war nicht mal klargewesen, dass er so klingen konnte. Aber er hatte keine Wahl.
„Bitte... bitte mach schneller, ich halt das keine Sekunde mehr aus....“

„Noa...halt still...ich mach das auch zum ersten Mal...das klappt nur, wenn du still hältst...“

Die Zungenspitze des anderen schnellte aus dem Mund und tänzelte unausgeglichen über seine Lippen, während er sichtlich versuchte, sich ein letztes Mal zu konzentrieren.

„Ah! Aah! Aaaahhhh!“

„NoareissdichzusammenundHALTSTILL!“

Noa war so überrascht von dem unerwartet strengen Ton seines Irgendwie-Halbbruders, dass er fürs erste den Mund zuklappte und tat, was von ihm verlangt wurde. Mokubas immer ungeduldiger werdende Finger taten ihm weh, aber na schön, da musste er nun durch.

Schließlich war das alles Noas Idee. Natürlich. Also musste er die Konsequenzen...-

„ACK!“

„Noa! Ich war FAST FERTIG!“

Noa hustete. „Tut mir leid. Noch mal...?“

Mokuba stöhnte. „O mann...! Du schuldest mir zehn neue Finger, wenn das vorbei ist!“

Noa fuhr zusammen, als Mokubas inzwischen nicht mehr besonders zärtliche Hände zu einem weiteren Versuch ansetzten. Offensichtlich wurde sein neuer kleiner Bruder wirklich rabiat, wenn er erst mal rabiat wurde, aber Noa verkniff sich das Winseln. Wenn es wieder nicht klappte, mussten sie die Scheiße wieder von vorn anfangen...!

Er fuhr noch mehr zusammen, als eine vertraute und verhasste Stimme sich durch die verschlossene Badezimmertür vernehmen ließ.

„Kommt zum Ende da drin. Andere Leute wollen auch ins Bad.“

Seto Kaiba erhob nicht einmal die Stimme, aber das musste er auch nicht. Seine schneidende, betonharte Stimme überwand alle Hindernisse wie von selbst. Noa beneidete ihn darum. Er selbst war noch nicht mal im Stimmbruch.

Mokuba, der noch immer an Noa herumzerrte, war offensichtlich nervlich schon so im Eimer, dass er allen Respekt seinem vergötterten Nii-sama gegenüber sausenließ.

„Seto,“ schnauzte er, und Noa ächzte, als die energischen Hände ihm die Blutzufuhr abwürgten, „wir haben 28 Badezimmer. Andere Leute könnten sich ein anderes aussuchen...!“

Daraufhin war die Stimme hinter der Tür erst einmal still. Noa unterdrückte ein schadenfrohes Grinsen. Er konnte sich lebhaft vorstellen, was sich auf Setos versteinerter Miene bei diesem Anzeichen von Rebellion abspielte.

Natürlich nicht viel, wie immer...aber die eisblauen Augen wurden erst klein, das riesengroß, und noch mal von vorn, und dieser Muskel an Setos schmalem Mund zuckte bestimmt...dieser eine Muskel, der auch immer zuckte, wenn die beiden unfreiwilligen Stiefbrüder sich versehentlich in den weiten Fluren der Villa begegneten.

Noa liebte diesen zuckenden Muskel. Das war Setos Noa-lebt-Muskel.

Trotzdem war er froh, dass Seto hinter der massiven Walnußholztür stand und nicht mitbekam, was sie hier veranstalteten.

Seto schien allerdings nicht die Absicht zu haben, sich schnell zu ergeben. Wie auch. Er doch nicht.

„Das ist das Große Bad,“ kam es dieses mal deutlich entrüstet durch die Tür, „wieso besetzt ihr zwei Zwerge das Große Bad ....?“

Noa biss sich auf die Lippen. ...ihr zwei Zwerge... Das hörte sich liebevoll an, irgendwie. Und natürlich meinte es eigentlich nur Mokuba. So war es immer. Seto tat – wahrscheinlich aus reiner Nettigkeit vor seinem kleinen Bruder – immer so, als würde er sie beide ansprechen...aber im Grunde richtete es sich nur an den angebeteten kleinen Mokuba.

Noa hegte zwar keinen heißen Wunsch danach, mit Seto zu sprechen, wirklich nicht. Aber beklemmend war es schon. Es war Setos Art, sich zu weigern, Noas Rückkehr wahrzunehmen.

Mokuba stand mittlerweile der Schweiß auf der Stirn. Er schien ebensowenig wie Noa begeistert von dem Gedanken zu sein, dass Seto hier reinplatzte. Er kniff die Augen zusammen und änderte die Taktik.

„Nii-sama, bitte, einen Augenblick noch, ok?“ zirpte er devot. Noa war wie immer fasziniert von Mokubas Können, in unter einer Sekunde von Bratze auf Engelchen zu schalten. Er musste das wirklich auch lernen...

„Wir...wir haben hier wirklich zu tun...aber ich mach schnell, versprochen. Nicht böse sein, Nii-sama.“

Und Seto fiel drauf rein. Noa hörte ein Füßescharren vor der Tür. Gekränktes Schnauben. Hüsteln. Und dann: „Na schön. Aber keine Zeitschinderei, klar? Die ersten Gäste kommen, und ich bleib keine drei Minuten allein mit denen im Kaminzimmer...!“

„Schon kapiert,“ eiferte Mokuba, während er die letzten Handgriffe an Noa legte. „Ich bin zum Small Talk zur Stelle, Ehrenwort. Ich könnte sogar ein Gedicht vortragen...“

„Von mir aus nicht,“ knurrte die Stimme, bevor die energischen Schritte sich entfernten. Noa atmete unhörbar auf.

Er lächelte innerlich. Wir. Mokuba hatte wir zu ihnen beiden gesagt. Und das erfüllte ihn mit Stolz. Er hatte noch niemals Teil von einem Wir sein dürfen.

Mokuba war nicht mehr alleine Setos Bruder...nein, sie beide ergaben auch eine Einheit. Und heute war Noas Abend...das hatte er sich schon vorgenommen....

Noa röchelte, als Mokuba ein letztes Mal an ihm zerrte. Ok, er war selbst an all dem Schmerz Schuld, das stimmte schon.

Warum konnte er auch nicht den selben primitiven Modegeschmack haben wie Mokuba, wie andere in seinem vermeintlichen Alter. Sich mit einem formlosen Sweater und einer in den Knien hängenden Hose zufrieden geben. Aber nein, für ihn, Noa Kaiba, kam das nicht in Frage.

Aber trotzdem. Scheiß-Fliege.

Ihm wurde schwarz vor Augen, als der Schwarzhaarige das Teil an seinem Hals kommentarlos festzurrte. Dann blinzelte er, und blickte in Mokubas hochzufriedene Miene.

„So,“ sagte er kleinste Kaiba andachtsvoll. „Das war´s. Wie findest du´s?“

Zögerlich wandte sich Noa dem bodenlangen Spiegel zu – und zuckte zurück.

Hm. Entweder, Mokuba kleidete sich wie ein Straßenpenner oder er, Noa, war hoffnungslos overdressed. Eins von beidem. Oder beides.

Noa musterte sie beide im Spiegel – den kleinsten Kaiba, wie er mit zufrieden verschränkten Armen hinter ihm stand, und sich selbst, den zierlichsten, aber doch eigentlich ältesten Kaiba.

Hm. Er und Mokuba gingen heute Abend auf die selbe Party. Aber der Unterschied hätte nicht riesiger sein können.

Mokuba hatte eine olivgrüne Hose mit unmöglichen und nahezu lächerlich vielen Taschen an, von seiner Hüfte baumelte eine Schlüsselkette, und sein Shirt hatte einen Aufdruck des BEWD. Um seinen Hals schimmerte dieses Amulett, das er und Seto nie ablegten. Er hatte Noa noch nie reingucken lassen.

Noa dagegen...Noa dagegen hatte sich in seinen alten Lieblingsanzug geschmissen. Er war aus dunkelblauem, feinstem Samt, mit einem Aufnäher der KC-Initialen auf der Brust und der roten Fliege, die sie beide eine wertvolle Stunde ihres Lebens gekostet hatte.

Noa liebte es, sein Bild im Spiegel zu sehen – nicht nur, weil er schön war, das war er auch – sondern weil es ihn bestätigte.

Er war dreidimensional. Er bestand aus Atomen, die sich verbanden zu dem Körper, der ihm zurückgespiegelt wurde. Er war da . Das war unbeschreiblich schön.

Und trotzdem...etwas aufgetakelt wirkte er schon.

Noa straffte sich, drückte den Rücken durch und bemühte sich um eine königliche Haltung...wie früher, wenn er neben Gozaburo auf den Cocktailparties rumstolziert war.

Aufgetakelt – und wenn schon! Irgendwie musste es so sein. Noa konnte sich nicht vorstellen, sich zu kleiden wie all die anderen in seinem Alter, irgendwie im Einheitsbrei unterzugehen... das ging einfach nicht. Das war nicht er. Er musste hervorstechen. Ob man ihn pompös oder lächerlich fand – was soll´s.

Und es war seine erste Party, seit er wieder lebte. Der Anlass war irgendein neues Supa-Dupa-Hightech-Schlagmichtot-Duel Disk-Release seines Sozusagen-Halbbruders, aber er betrachtete sie eigentlich als die inoffizielle Welcome-Back-Party für ihn selbst, die es nie gegeben hatte. Alle würden da sein. Und er würde ihnen zeigen, dass auch ER wieder da war...!

Und dann war da natürlich noch der Plan, den er für den späteren Abend hatte...

Noa hörte auf zu kichern, als er Mokubas prüfenden Blick bemerkte. Er vergaß immer, dass alle Anzeichen von Heiterkeit an ihm als nahendes Unheil ausgelegt wurden, nachdem er in der VR alle mit seinem Irrsinn bekanntgemacht hatte.

„Du bist aber vergnügt heute,“ äußerte der kleinste Kaiba. Es hörte sich aber eher ein bisschen an wie Du bist aber unberechenbar heute . Er beäugte Noa misstrauisch. Der Kleine hatte feine Antennen. „Hast du ...was bestimmtes vor?“

Noa beschloss, ein klein bisschen ehrlich zu sein, um seinen Guten Willen zu beweisen.

„Hab ich,“ bestätigte er. Er konnte nicht verhindern, dass er rot wurde.

Mokuba trat vorsichtshalber zwei Schritte zurück. Noa verkünden zu hören, dass er was vorhatte, wurde ebenfalls nicht als positives Zeichen verstanden.

„Wasn?“

„Ist privat. Geht nur mich was an.“

Noa warf einen Seitenblick auf Mokubas plötzliche Blässe und rollte die Augen. „Und es involviert keinen Plan, deinen Bruder in die Luft zu sprengen oder ihm sonstiges Leid zuzufügen, ok? Es involviert Seto überhaupt nicht. Und dich auch nicht.“

Vielleicht , ergänzte er im Stillen.

Mokuba sah noch immer nicht beruhigt aus. Er wollte eben den Mund aufmachen und weiterbohren, als es an der Tür klopfte. Hart. Wiederholt.

„Mokuba,“ fauchte es durchs Holz, „Duke Devlin ist da unten und quatscht irgendeine Scheiße von seinem letzten Beach-Urlaub. Du kommst sofort runter und sagst dieses verdammte Gedicht auf.“

Zum ersten Mal, seit er wieder fühlen konnte, war Noa für Setos Einmische dankbar.

Mokuba hauchte noch ein „Sprechen uns später, Noa,“ bevor er mit einem Türklappen verschwand, krampfhaft die ersten Zeilen von Schillers „Ode An Die Glocke“ vor sich hinmurmelnd.

Noa hatte es ihm beigebracht.

Er wandte sich wieder seinem feingeschnittenen Gesicht im Spiegel zu und wurde plötzlich von Nervosität überrannt. Seine schmalen, noch ungeübten Beine wurden ihm schwach. Er atmete tief und betrachtete die Röte in seinem Gesicht.

Das war sein Blut, das ihm ins Gesicht schoss...das war sein Gefühl, das sich da zeigte. Das war alles so ungewohnt.

Sein Plan stand fest.

Heute Abend war seine Nacht.

Er brachte ein mageres Lächeln zustande. „Der Mensch muss hinaus ins feindliche Leben...“ rezitierte er. Es ermutigte ihn.

Heute Abend...

...heute Abend würde er sich seinen allerersten Kuss holen.

***

Es war eine Idee, die Noa erwischt hatte wie ein plötzlicher Blitz aus einem ansonsten klaren Himmel.

Zwei Abende war das her. Mokuba und er lagen auf dem Bett und zogen sich, wie sein kleiner Stiefbruder es nannte, nen Film rein. Oder vielmehr, sie versuchten es, denn alle drei Sekunden surrte Mokubas Microport und Seto erkundigte sich mürrisch, ob sein Otôtô noch lebte.

Für Noa war es ein toller Abend. Ihm war es gleichgültig, dass sie nichts von dem Film mitbekamen, denn ihn erfreute der Gedanke, dass Seto irgendwo auf seinem verkniffenen Arsch saß und vor sich hin köchelte, weil sein neuer Mitbewohner Noa ihm mal wieder Mokuba für den Abend ausgespannt hatte.

Zu lauschen, wie Seto sich immer beknacktere Ausreden einfallen ließ, um Mokuba schon wieder anzupiepsen, war tausendmal unterhaltsamer als der dümmliche Actionschinken, den der Kleine angeschleppt hatte.

Es war so einfach, Mokuba zu beschäftigen...er liebte es, wenn man an seine Hilfsbereitschaft appellierte. Das war etwas, das Seto ihm nicht bieten konnte. Vor Noa, der immer noch blass, schwach und schmal aussah, war Mokuba der starke Bruder, der sich kümmerte, und das mochte er – offensichtlich. Das war eine neue Rolle, die ihm zu schmeicheln schien. Setos herrisches „Komm, Mokuba!“ konnte zur Zeit nicht mit Noas hauchigem „Mokuba, ich brauch dich hier.“ mithalten.

Noa hatte viel Spaß mit seiner neuen Familie.

Aber dann war etwas passiert, das Noa für eine Sekunde komplett von dem hausinternen Kaiba-Konflikt ablenkte. Und zwar ausgerechnet auf dem Bildschirm, in dem saublöden Ballerfilm.

Es war eigentlich nichts besonderes. Etwas, das immer in Filmen vorkam, das wusste sogar Noa. Aber es brachte etwas in ihm in Bewegung. Etwas begann zu rattern und hörte nicht mehr auf.

Es war der Moment, als der Held die Heldin küsste.

Und zwar formvollendet. Es begann zart und sachte, mit zwei halboffenen Lippenpaaren, die übereinander strichen, sich kitzelten... Dann öffneten sich die Lippen, begegneten sich, spielten miteinander...und dann versanken beide Münder in einem tiefen Kuss.

Noa setzte sich mit einem Ruck im Bett auf und starrte das Spektakel an. Sein eigener Mund prickelte. Seine Lippen kitzelten und wurden heiß.

***
Mokuba hatte ihn freundlicherweise darauf vorbereitet, wie Parties im Haus der Kaibas so abliefen. Nun lief die Sache schon mehrere Stunden, und Noa stellte fest, dass alles kam wie erwartet.

Gozaburo Kaiba war zwar auch nicht das, was man einen geselligen Menschen hätte nennen können. Aber er hatte seine Pflichten als Hausherr immer äußerst ernstgenommen, das wusste Noa noch wie heute. Wenn Gäste kamen, reichte er ihnen Zigaretten, schenkte europäischen Hart-Alk in schweren Gläsern aus, erzählte Schwänke aus seinem Leben, und wenn alle Stricke rissen, führte er seine Waffenkollektion vor.

Zwischendurch schickte er Noa an den Start, der die Geschäftsleute mit seinem Violinenspiel oder eben einem Gedicht zu ergötzen hatte – um zu beweisen, dass wirklich alle Produkte aus dem Hause Kaiba vom Feinsten waren, selbst die menschlichen...

Seto hingegen war ein vollkommen anderer Gastgeber als Noas Vater. Er rauchte nicht, er trank nicht, und er erzählte erst recht keine Schwänke aus seinem Leben – wahrscheinlich kamen in Setos Leben auch keine Schwänke vor.

Es war zwar für alles gesorgt – die Getränke waren edel und kühl, Kellner schmissen die Leute mit den edelsten Häppchen zu, der Garten war prachtvoll ausgeschmückt mit Eisskulpturen, die den Weißen Drachen und andere Duel-Monsters-Schönheiten darstellten, eine Band spielte in einer schattigen Ecke – aber Seto selbst suchte sich einen dunklen Winkel und ließ die Leute ihren Scheiß alleine machen.

Noa spähte in den Garten. Seto saß mit überschlagenen Beinen und eingefrorenem Gesicht auf einem Stuhl in der hintersten Ecke und ließ ausdruckslos die Konversation von Max Pegasus über sich ergehen, der keine Chance ausließ, dem jungen CEO das Bein zu tätscheln. Noa versenkte sich in den Anblick und lächelte verträumt. Wenn das zu den Pflichten zählte, um die Kaiba Corporation zu leiten...dann tat der Verzicht nicht so weh.
11.5.06 13:45


Wenn er verrückt ist, bin ich´s auch!



Der Plan: Yonouchi Katsuya ist von Seto Kaiba besessen. Noa Kaiba ist ebenfalls von Seto Kaiba besessen. Soweit nix Neues. Aber ich fand immer, dass die beiden auch viel gemeinsam haben – eine Riesenklappe, z.B. – und ich wollte immer sehen, wie Yonouchi die kleine Dreckschleuder erzieht. *lechz*

In dieser FF also baggert Noa Yonouchi an. Sein Gedanke: Gemeinsame Feinde machen einen zu Freunden...oder Liebenden?

Mein Lieblingspart: Katsuyas Gute Vorsätze. *G*


*****

Yonouchi hasste Computer. Und Computer hassten ihn. Das war eine einfache Tatsache.

Der Zwangsurlaub in Noah Kaibas virtueller Welt des Wahns hatte Yonouchi absolut davon überzeugt, dass von den piepsenden Scheissteilen nix Gutes kommen konnte – aber wenn er ehrlich war, war er mit den Dingern schon immer verfeindet gewesen.

So wie mit Shizukas Notebook, zum Beispiel: erst hatte das verschlagene gerät die mühsam gebastelte Fotomontage von einem nackten Seto Kaiba spurlos verschwinden lassen – um sie dann urplötzlich wieder auftauchen zu lassen, als seine Schwester nur kurz mal ihre eMails gucken wollte. Nie würde er Shizukas Gesichtsausdruck und diese fünf Minuten qualvollen peinlichen Schweigens vergessen...

Sein eigener Computer nicht zu vergessen: Als Yonouchi in einem Anfall von komplettem Irrsinn dieses alberne kleine Liebesgedicht an Seto Kaiba verfasst hatte, das irgendwie plötzlich als Rund-Mail an die ganze Schule rausgegangen war.

Glücklicherweise war das Gedicht so schlecht, dass keiner kapiert hatte, um wen oder was es eigentlich ging. Nicht mal seine Freunde.

Und das war gut so. Er wollte ihnen das Wissen um seine Gefühle ersparen. Und er wollte sich ihre mitleidigen Blicke ersparen. Sie alle kannten Seto Kaiba wie er gut genug, um zu wissen, dass alle Formen von Verliebtsein eine hoffnungslose Nullnummer waren.

Yonouchi war nicht gern eine hoffnungslose Nullnummer.

Lustlos liess er sich in dem abbruchreifen Stuhl zusammensacken und beäugte misstrauisch den schimmernden Bildschirm Seines Computers. Mittlerweile war es halb drei Uhr Nachts, und immer noch kein Ende in Sicht.

Er konnte unmöglich NOCH mal aufstehen, um sich einen Kaffee zu holen, nur um ein bisschen Zeit totzuknüppeln. Sein rechtes Auge zuckte bereits.

Yonouchi stiess die Luft aus und betrachtete, was er bisher geschrieben hatte. Das war doch Irrsinn, war das. Nichts davon konnte er morgen in der Klasse vorlesen! Er wusste bereits, dass er den ganzen Kram kurz vor Schluss wieder löschen würde.

Ihr Lehrer hatte ihnen aufgetragen, ihre Wünsche und Zukunftspläne aufzulisten. Und eigentlich hatte er ganz gut angefangen, fand Yonouchi.....


MEINE VORSÄTZE:

1. Besser im Duel Monsters werden.
2. Besser im Duel Monsters werden.
3. Bessser als KAIBA im Duel Monsters werden.
4. Nachgucken, ob Yugis CDs noch heile sind. Yugi CDs zurückgeben. Falls kaputt, Schuld auf Erdbeben letzte Woche schieben.
5. Pünktlich zur Schule kommen. Mindestens 1x im Monat.
6. Öfter Wäsche waschen. Mindestens 1x im Monat.

...und plötzlich, ab Punkt 7, ging alles den Bach runter.

7. Lexikon kaufen. Wortschatz erweitern, um Kaiba eins reinzuwürgen.
8. Aufhören, andauernd Sachen zu machen, nur um Kaiba eins reinzuwürgen.
9. Aufhören, Tag und Nacht an Kaiba zu denken.

Yonouchi biss sich auf die Lippen und sah sich die letzten seiner Vorsätze an. Er hatte sie geschrieben, fast ohne drüber nachzudenken. Sie waren alle wahr. Und gerade desalb konnte er sie niemandem zeigen. Niemals.

10. Aufhören, von Seto Kaibas Arsch fasziniert zu sein. Stattdessen anderen Arsch gut finden, z. B. Bakuras.
11. Einsehen, dass Kaibas ständiges Rumhacken kein Zeichen heisser, heimlicher Liebe ist. Sondern nur ein Zeichen, dass Kaiba gern auf mir rumhackt.
12. Einsehen, dass „Köter“ kein sexy Kosename ist.
13. Einsehen, dass wilde Affäre mit Seto Kaiba auch dieses Jahr nicht stattfindet. Auch nicht nächstes Jahr. Eigentlich nie.

Wenigstens hatte er keine Zeugen – eigentlich waren er und Anzu zu Yugi gefahren, damit sie ihre Listen gemeinsam zusammenstellten, aber nachdem Yonouchi drei Stunden dem Liebesgeplänkel der beiden gelauscht hatte („Nein, Yu-chan, eine gute Note in Geschichte IST wichtiger, als im Fitnessclub respektiert zu werden...“), hatte er den Spieleladen fluchtartig verlassen. Anzu und Yugi waren niedlich zusammen, aber manchmal erinnerten sie an zwei hormonelle Wellensittiche. Yonouchi fragte sich, wie der Pharao das aushielt. Vielleicht sah Yami deshalb in letzter Zeit so aus, als habe er Kopfweh.

Außerdem waren glückliche Turteltäubchen neben einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt zur Zeit das letzte, was Yonouchi brauchen konnte.

Yonouchi hatte sich zu Hause Cola und Eiscreme neben den Schreibtisch gestellt, um in Ruhe über seine Zukunft nachzudenken. Aber irgendwie war er von guten Vorsätzen auf schlechte Tatsachen gekommen. Und die schlechteste Tatsache in Yonouchis Leben war, dass er sich verliebt hatte. In die Geißel seiner Schulzeit. In einen, der ihn nur als Boxsack attraktiv fand.

Entschlossen lehnte er sich vor und tippte die letzten zwei Punkte seiner Liste dazu.

14. Einsehen, dass Seto Kaiba ein Geisteskranker, mordlüsterner, viel zu reicher Drecksack ist und ich eigentlich nix mit ihm zu tun haben will.
15. Wieder anfangen, Seto Kaiba zum Kotzen zu finden, wie früher.

Kaiba hassen, wie früher. Das wäre so schön.

Es war nämlich mal so gewesen. Als sie zum ersten Mal miteinander redeten – sich anmotzten, wohl eher – da fand er Kaiba nur lästig. Er, die kleine Straßentöle, fand den erhabenen ohsointelligentpräzisenknallhartenmachtbewussten CEO lästig. Komisch, aber wahr.

Diese Zeiten hatte es gegeben, und das waren gute Zeiten gewesen. Zeiten, in denen er nichts faszinierendes an Kaiba entdecken konnte. Wie auch? Kaiba kam, spie ein paar Beleidigungen in die Runde, verbreitete schlechte Laune und war in ner Dunstwolke wieder weg. Seto *Mein-Mantel-macht-fwoooosh!*-Kaiba. Damals fand Yonouchi ihn nur pompös, verrückt und ein bisschen albern.

Das war nicht besonders attraktiv. Nein, dafür hatte er ihn noch nicht geliebt...

Die Liebe hatte sich langsam an ihn rangeschlichen und ihn angesprungen.

Schuld war Noah Kaiba.

Schuld war nämlich dieser ganze Kram, den Yonouchi über Seto Kaibas Vergangenheit gelernt hatte. All der Schmerz...er bekam Respekt vor ihm. Und als er ihn erst mal respektierte, konnte er ihn nicht mehr albern finden.

Yonouchi würde diese Laus Noah für immer dafür hassen, dass er es ihm mies gemacht hatte, Seto Kaiba einfach zum Kotzen zu finden.

Er hatte begonnen, ihn anders anzusehen. Er sah nicht mehr Seto *Mein Mantel macht fwooosh!*-Kaiba, er sah nicht mehr die arrogante Spassbremse, die zu viel Zeit, zu viel Geld und zu viel Hirnzellen hatte....

Stattdessen sah er diese schönen, eisblauen Augen, die so viel Trauer verbargen...oder das nahm er zumindest an.

Yonouchi war bereit gewesen, sein Herz einen Spalt weit für ihn zu öffnen...

Und dann hatte Kaiba sie alle in einer Aktion höchsten Kaiba-Seins auf seiner blöden Knast-Insel fast in die Luft gesprengt. Der Arsch.

Yonouchi streckte sich. Seine Augenlider verweigerten ihm allmählich den Dienst. Im Nebenzimmer hörte er das gleichmässige Raspeln, das sein Vater im Tiefschlaf machte.

Gleich würde er auf „Löschen“ drücken und den ganzen Schrott einfach verschwinden lassen. Dann würde er morgen in der Pause noch schnell ein paar Standard-Vorsätze hinschmieren – das übliche, mehr Sport, weniger Kippen, mehr Lernen, weniger Saufen, was für die Gesellschaft tun, bla bla bla – die er seinem Lehrer zustecken konnte.

Die bittere Wahrheit konnte er keinem zumuten. Wirklich nicht. Er, Yonouchi, als Sklave einer hoffnungslosen, total verkackten...

ZAPP.

Zu Tode erschrocken, mit riesigen Augen, schob Yonouchi sein Gesicht an den Bildschirm. Hilflos musste er mit ansehen, wie sein verfluchter Text sich zusammenfaltete und verschwand...

Aber...

Aber...

....warum....?!

Und, viel wichtiger....wohin....?!

„Ich hab doch nichts gemacht!“ heulte Yonouchi empört.

Im Nebenzimmer stockte das Raspeln seines Vaters eine Sekunde lang, aber das kümmerte ihn nicht.

Er stand kurz davor, sich vor den Computer zu knien und ihn anzubetteln. Anzuflehen, ihm zu verraten, was zum Geier mit dieser verräterischen Liste passiert war.

Sein Amok-Schrieb war doch wohl nicht schon wieder als Rundmail durch die Schule unterwegs...?

Yonouchis Herz begann zu rasen. Scheisse....da stand mindestens ein halbes Dutzend mal Seto Kaibas Name drinne....bitte nicht....nein...nein...nein...n-

FWUPP.

„GAH!“ Der Schock schleuderte Yonouchi aus dem Stuhl, der Stuhl ging zu Boden, und er landete schmerzhaft auf dem Linoleum.

Stöhnend richtete er sich wieder auf und stierte ungläubig auf den Anblick, der sich ihm im Computer bot.

Der Bildschirm war nicht mehr leer.

Yonouchi rieb sich den Hinterkopf und wartete, dass die hässliche Halluzination verschwand.

Entweder, er hatte gerade den miesesten Flashback aller Zeiten...

Oder irgendwer hatte eine wirklich blöde Idee für einen Bildschirmschoner gehabt.

Aber das war kein Bildschirmschoner. Es sah ihn an. Und zwar direkt in die Augen.

Er starrte auf das letzte Gesicht, das er in seinem Leben hatte wiedersehen wollen.

Noah Kaiba lächelte engelsgleich, schüttelte die grünen Haarsträhnen und flötete: „Hi!“

Yonouchi blinzelte entgeistert.

Was? Hi...?!

Es war gerade mal ein paar Wochen her, dass Noah Kaiba versucht hatte, ihre Körper an einen Haufen alter Säcke zu verscheuern...ein paar Wochen her, dass Noah Kaiba ihrer aller Untergang angestrengt hatte...ein paar Wochen her, dass er seinen kompletten Wahnsinn unter Beweis gestellt hatte...

Und nun drängelte er sich in Yonouchis Computer, strahlte wie beim Abventssingen und sagte – hi?!

Nicht: „Ich kenne euch nicht, aber ihr werdet alle durch meine mächtige Hand sterben, har har har!“

Nicht: „Mein zweiter Plan zur Vernichtung von Seto Kaiba ist viel besser als der erste, har har har!“

Nicht: „Shinatos Arche ist zurück – und sie ist wütend!“

Nein: „Hi.“

Yonouchis massierte seinen vom Sturz geprellten Hintern, starrte in das kindliche Gesicht und machte den Mund auf und zu, ohne dass dabei ein Geräusch entstand. Kein Wort der Welt reichte aus, um seinen Schock zu beschreiben.

Der kleine Virus vor ihm beobachtete ihn. Seine Augen leuchteten eigentümlich. Er sah vergnügt aus, als stünde er in der Schlange vor Kaiba-Land an und hätte Freikarten für die Popcornmaschine. War das....Vorfreude....?

Was in aller Welt machte dem kleinen Spinner so viel Spass? Ein gutgelaunter Kaiba war kein gutes Zeichen. Noah Kaiba schon mal gar nicht.

Schliesslich fiel Yonouchi etwas ein. Er fauchte: „Warum gibt´s dich noch?!“

Noahs Miene verfinsterte sich. Er schmollte. „Wirklich, Yonouchi. Ich versuche nett zu sein – und dann so was! Du könntest wirklich taktvoller sein.“ Er setzte eine bekümmerte Welpenmiene auf. An Mokuba wirkte so etwas ziemlich niedlich. An Noah wirkte es durchgeknallt und irgendwie beunruhigend.
11.5.06 13:47


Gozaburos Wille



Aaah! *lach* *händeklatsch* Auf dieses Werk bin ich besonders stolz! *G* Eine Szene mit Gozaburo und Pegasus...oder wie Redhead sagen würde, WirquälensetoshippinG ^^; Zwar keine Hints...aber in meinem Gehirn ist es sowieso beschlossene Sache, dass Gozaburo Kaiba und Max Pegasus das Größte Liebespaar seit Scarlett und Rhett waren! Warum? Fragt meinen Arzt...!

Der Plan: Gedacht als Prolog für eine längere Noa-Auferstehungs-FF. Die Idee war, dass Gozaburo damals Pegasus kennen lernte, weil er dessen hochentwickelte Labors nutzte, um Noas Verstand zu konservieren. Ist natürlich nur ein Schnipsel, aber es hat viel Spaß gemacht, die beiden zusammen zu schreiben. Ich mag auch Gozaburos POV, weil der sonst doch immer nur als Buhmann dasteht.

*****

Unbemerkt schimmerte eine Zigarre – eine echte Abberlines, fast unbezahlbar, was anderes stand nicht zur Debatte – im Aschenbecher ihrem Ende entgegen.

Der Mann, der sie sich angesteckt hatte, hatte sie längst aus den Augen verloren. Sein Blick ruhte undeutlich auf der schweren Bleitür vor ihm, während er sich im Stillen vorbereitete.

An diesem Abend nämlich machte sich Gozaburo Kaiba bereit, seinen engsten Vertrauten auszutricksen.

Und der hatte es auch wirklich nicht besser verdient.

Gozaburo Kaiba und der Tod kannten sich schon seit Ewigkeiten. Man konnte wirklich sagen, wie waren äußerst vertraut miteinander. Er kannte alle Spielarten des Todes, denn er stellte ihn im Großen Stil industriell her – zerschießen, zersprengen, zerlöchern, zerschmettern – alle Varianten waren ihm bekannt, und er wendete sie immer auf die vorteilhafteste Weise an.

Sie pflegten ein produktives Arbeitsverhältnis. Gozaburo Kaiba sorgte dafür, dass der Tod sich vermehrte, und er verdiente Millionen daran. Sie waren Partner – sie verstanden einander.

Aber...-

Aber niemals hätte er...

Aber niemals hätte er sich vorgestellt, dass der Tod einmal in sein Haus kommen würde.

Wie alle Männer, die in ihrem eigenen Imperium Gott darstellten, konnte er sich nicht vorstellen, dass die Naturgesetze auch ihn betrafen. Das hatte nichts mit Angst vor dem Tod zu tun – er konnte es sich einfach nicht vorstellen, seine ohnehin knapp bemessene Phantasie versagte an diesem Punkt.

Wie alle Männer, die sich eine Welt von eigener Hand erschaffen hatten, hielt sich Gozaburo Kaiba im innersten seines massiven Herzens für unsterblich. Sich und alles, was er besaß.

Aber wie es aussah, hatte er da was missverstanden.

Eine Woche war es nun her, und Gozaburo Kaiba konnte es noch immer nicht begreifen. Es kam ihm unwirklich vor...unglaublich...so wie die Science Fiction, die sein Kind sosehr liebte. Geliebt hatte.

Eine Woche, seit der Tod sich an sein Haus, an seinen Palast herangewagt hatte, bis an die Straße vor seinem eisernen Tor – um ihm in Gestalt eines vierrädrigen Monstrums seinen Erben zu entreißen.

Und Gozaburo wusste viel zu viel. Er kannte den Tod zu exakt. Das Versagen der Nerven, das letzte Zucken der Muskeln, das Erkalten des Fleisches. Das alles war Noa passiert.

In nur einem Augenblick hatte der Tod den Geist, den Willen, das Leben dieses Kindes ausgelöscht, und zurück blieb ein Klumpen Fleisch mit einem unbrauchbaren, toten Organismus darin.

Er konnte es nicht ertragen.

Er weigerte sich, diese Eigenmächtigkeit des Todes zu tolerieren.

Nicht mit ihm.

Der Verrat tat umso mehr weh, da er wusste, dass er keine Kinder mehr haben würde...abgesehen von dem Paket aus dem Waisenhaus, das in einigen Tagen sein Haus erreichen würde, wenn alle Verträge unterzeichnet waren.

Wenn das Paket ankam, würde seine Frau schon fort sein. Ihre Koffer standen schon bereit. Er hatte ihr seinerzeit alles an Liebe gegeben, das er hatte, und es war in letzter Zeit nicht mehr sonderlich viel. Und nun, da die Noa nicht mehr hatte, auf den sie ihre enttäuschte Zuneigung richten konnte, hatten sie beide nichts mehr miteinander zu tun. Sie hatte keine Liebe mehr für ihn. Und er konnte nicht erwarten, dass sie zwei Lückenbüßer aus dem Waisenhaus liebte.

Gozaburo würde dann wieder eine Vorlage haben, in das er sein Wissen, seine Expertise, seine Ideale hineinprägen konnte – mit dem Älteren ging das, sofern man seinen Willen brach, und was er mit dem Kleinen anstellen sollte, wusste er noch nicht – aber es war nicht das selbe.

Wenn er Noa angesehen hatte, hatte er den Beweis erblickt, dass er, Gozaburo Kaiba, trotz aller Gerüchte doch ein lebendes, fühlendes Wesen war. Dass er nicht nur Tod produzieren konnte, sondern auch Leben. Dass auch in seiner Welt so etwas wie Liebe und Zuneigung existierten...existiert hatten.

Noch nie hatte ihn ein anderer Mensch mit Augen voller Zuversicht und Vertrauen angesehen, weder seine lieblosen Eltern, seine Handvoll Verbündeter, nicht einmal seine Frau – nur Noa. Dessen unbeschwertes Lachen ihn vergessen ließ, dass Giftstoffe und Sprengsätze seiner Firma an alle Krisenherde der Welt unterwegs waren. Zu sehen, wie der wache Geist dieses Kindes täglich flinker und beweglicher wurde, erinnerte ihn daran, dass sich all das lohnte.

Aber er hatte Noas Vertrauen verraten. Er war nicht dagewesen, als er an diesem Tage auf die Straße lief...

Aber diesen Fehler würde er wieder beheben.

Und um das zu verwirklichen, hatte er sich einen neuen Partner angeschafft.

Die Zigarre in dem mit quietschbunten Kullern versehenen schweren Glasaschenbecher war längst zu einem Aschehäufchen verglüht. Gozaburo wartete geduldig, bis die Tür ihm gegenüber sich zischend öffnete.

Ohrenbetäubend laute Chill-Out-Gittarenklänge schwallten aus den Laborräumen und attackierten seine Nerven direkt. Gozaburo fuhr zusammen. Das erschien ihm dem Anlass nicht direkt angebracht.

Die schlanke Figur seines neuen Partners kam herausgetänzelt, dessen rasengrüner Samtfrack Gozaburo ebenfalls nicht sehr angebracht erschien...aber allmählich fand er sich damit ab.

Förmlich wollte er sich erheben, aber der andere wedelte nur leicht mit der Hand, liess sich in einen Stuhl neben Gozaburo fallen und bot ihm dem qualmenden Rest einer seiner Wunderzigaretten an.

Nachdem Gozaburo ihn einige Sekunden nur entrüstet angestarrt hatte, rauchte er sie selbst aus, reckte sich, streckte sich, und begann adrette Muskelübungen zu machen, während ihm ein herzliches Gähnen entwich.

„Noa wird eingespeist,“ verkündete er unbeschwert. „Bisher verträgt er es ausgezeichnet!“

Gozaburo kniff kühl die Augen zusammen. Auf seine Mitarbeiter hatte dieser Blick einen lähmenden Effekt, aber sein Geschäftspartner strich sich nur locker etwas Asche aus dem Samt.

„Du rauchst Haschisch , während du das Gehirn meines Sohnes digitalisierst...?“ knarrte Gozaburo missgünstig. „Was soll ich davon halten, Pegasus?“

Der andere liess nur die Knöchel knacken und kicherte. „Du solltest es verdammt noch mal ausprobieren, Kaiba...das macht Labors erst zu dem, was sie sind... Alchemistenküchen... weihvolle Orte...all die Farben und die Formen...“

Gozaburo liess den Spinner weiterfaseln und wunderte sich wieder aufs Neue, warum er in dieser heiklen Sache ausgerechnet mit diesem durchgeknallten Hippie paktierte.

Als er Maximilian Pegasus zum ersten mal begegnet war, hatte er seine Visitenkarte sofort hinterher zerrissen und weggeschmissen. Erfinderisch, aber bekloppt. Kreativ, aber unzurechnungsfähig. Außerdem, wie sollte man einen Kerl einschätzen, der als erwachsener Geschäftsmann mit Spielsachen rumhantierte...? Nicht Gozaburos Kragenweite. Hatte er angenommen.

Aber wenn Gozaburo bereit war, eines zu respektieren, dann war es Durchsetzungsvermögen. Und Maximilian Pegasus, auch wenn er ein langhaariger Irrer mit dubioser Geschlechtsidentität war – war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Dafür verdiente er ein Mindestmass an Respekt, auch wenn Gozaburo von seinen Samtfracks übel wurde.

Und als er erkannt hatte, dass er für diesen speziellen Plan dringend einen risikofreudigen Wahnsinnigen brauchte – einen zweiten risikofreudigen Wahnsinnigen – war Pegasus erste Wahl.

„Wie lange noch?“

Noch ein Gähnen. „Etwa drei Stunden. Geh rein und sieh dir an, wie er eingelesen wird, Kaiba. Es ist unvorstellbar fantastisch...!“

Eine Hand landete auf Gozaburos schwerer Schulter und machte sich kumpelhaft dort breit. Der Waffenmillionär knirschte mit den Zähnen. Er hasste Vertraulichkeiten sowieso, und er konnte darauf verzichten, mit dieser brillanten, aber zwielichtigen blonden Prinzessin familiär zu werden.

„Wir beide, Kaiba,“ frohlockte Pegasus neben seinem Ohr, „wir beide erschaffen hier ein Wunder...vielleicht die nächste Stufe des Menschseins...wir haben Gottes Gesetze ausgeschaltet...“

„Ich habe Gottes Gesetz ausgeschaltet,“ stellte Gozaburo mürrisch klar. „Alle Pläne sind von mir. Du führst nur aus.“

Pegasus hob die Augenbraue. „Aber deine Pläne wären wertlos ohne die visionäre Technik von Industrial Illusions. Gib es zu, du bist ein Geldhund, aber du bist...unoriginell. Wir sind ein tolles Team, Kaiba. Sieh das doch ein.“ Gozaburo fing einen listigen Seitenblick auf. „Die Vereinbarungen stehen doch?“

„Natürlich. Industrial Illusions hilft mir bei...diesem Unternehmen hier, und die Kaiba Corporation investiert im nächsten Quartal zwei Millionen in deine...“ Gozaburo machte eine qualvolle Grimasse. „...Spielkartensache...“

„Tu nicht so angewidert, Kaiba. Meine Erfindungen bringen den Menschen Freude und eine kleine Flucht aus dem Elend ihres Lebens. Deine Erfindungen reißen ihnen die Gedärme raus. Wir arbeiten beide für die Gesellschaft.“

Gozaburo musste ein Zucken im Mundwinkel unterdrücken und lehnte sich zurück. „Diese Vereinbarungen zählen natürlich nur...wenn alles erfolgreich abläuft.“

Der andere kicherte in sich hinein und versuchte, bescheiden zu wirken, aber es war hoffnungslos. „Ich bitte dich...meine Technik ist fehlerfrei. Dein Sohn wird ein stärkeres und besseres Wesen sein als er es war bevor...“ Pegasus hüstelte. „Tut mir leid, das war unpassend...“

Gozaburo fischte nach einer weiteren Zigarre, damit Pegasus die Gefühle auf seinem Gesicht nicht sah.

Der Gedanke, wieder mit Noa sprechen und vielleicht sogar in seine Augen – nun, ein virtuelles Abbild davon – sehen zu können, liess eine Reihe unerwartet starker Gefühle in ihm toben. Furcht, Freude, Ungewissheit...dafür konnte er keine Zeugen brauchen.

„Wann ist er soweit, dass ich...mit ihm reden kann...?“

Bei dieser Frage wurde Pegasus – endlich – ernst. Sie schien seinen Experten-Nerv zu stimulieren. „Nun – das Einlesen dauert nur noch drei Stunden, aber er wird verwirrt und...entschuldige den Ausdruck – entsetzlich schlecht formatiert sein. Unsere Wissenschaftler brauchen noch zwei weitere Stunden, um ihn flott zu machen, und dann...“ Er prüfte die Uhrzeit. „Wahrscheinlich kannst du ihn so um Mitternacht sprechen.“

Gozaburo wiegte den Kopf. „Ich weiss nicht. Vielleicht will er sich noch ausruhen.“

Pegasus seufzte, und wieder war die Hand auf Gozaburos Schulter. Sie drückte ihn freundschaftlich, auch wenn er nicht wusste, was das sollte.

„Kaiba,“ sagte der andere, mit einer Stimme irgendwo zwischen Stolz und Trauer, „er muss sich nie mehr ausruhen...er wird nie wieder schwach oder müde sein...er ist kein Mensch mehr.“

Der Schock, dass Pegasus ihn bei einer väterlichen Regung erwischt hatte, wurde überlagert von dem Schock seiner Worte. Gozaburo sagte nichts, während er diese Worte auf sich wirken liess.

Er ist kein Mensch mehr.

Noa war kein Mensch mehr.

Genaugenommen...war er nicht einmal mehr Noa . Nur die virtuelle Kopie eines toten Kindes, in der Zeit eingefroren, ein manipulierter Datenhaufen.

Er würde sich darauf einstellen müssen. Er hatte Angst.
11.5.06 13:48


La Fusion




Was ist DAS denn?! Genau, der Versuch einer Seto x Yami-FF. *hust* Leider kann ich mit den beiden dann doch nicht allzu viel anfangen. Zum Glück Gibt’s da Geilere Autoren für.^^;

Der Plan: Yami und Seto beschließen, statt ihres Dauerflirts in der Duell-Arena mal wirklich miteinander ins Bett zu Gehen... Leider versteht Yami nichts von Diskretion und die Nachricht verteilt sich rasch durch Domino. Nun sind der Liebes-CEO und das Spiele-Luder eingekesselt in Yamis Bude, umzingelt von hysterischen Fans und Paparazzi. Da könnte man doch eigentlich auch loslegen, oder...?

*****



Eines war klar: Irgendwann früher oder später mussten sie hier mal raus.

Nicht, dass sie das eingesehen hätten.

Yami beobachtete aus dem Augenwinkel, wie Kaibas Mantel in geregelten Abständen in zornigen Wellen an ihm vorbeischwappte. Er fand es ein bisschen amüsant, wie dieser Mantel die Laune seines Trägers manchmal besser ausdrückte, als dessen steinerne Gesichtszüge.

Aber mit einem Blick auf das wutweiße Gesicht unter den brünetten Haaren entschied er, darüber ein andermal zu lachen.

Stattdessen konzentrierte sich Yami auf sein Deck. Wenn sie sich hier schon nicht wegbewegen konnten oder wollten – oder besser gesagt, Kaiba sich nicht traute – dann konnte er auch seine Mischtechnik verbessern und...he, was war das für eine Karte? Die sollte er wirklich mal wieder benutzen...-

Vom Fenster ertönte ein dunkles Knurren wie von einem sehr unzufriedenen Drachen. Kaiba hatte sich runtergeneigt und starrte hasserfüllt durch die zugezogenen Vorhänge von Yamis frisch erstandener Bude. „Nun sind es schon vierhundert! Die vermehren sich auf dem Fleck! Widerlich.“

Yami fragte sich, ob Kaiba wirklich auf so eine Distanz so exakt zählen konnte. Er fragte sich auch, ob Kaiba bald an dem Punkt war, Yamis brandneue Möbel zu zerschlagen. Er hätte nicht mal was dagegen. Möbel konnte er sich neue beschaffen, aber nichts erregte ihn mehr als Kaiba, wenn er wirklich wirklich sauer war.

Zu dumm, dass dies nicht der Zeitpunkt war, das auf den Tisch zu bringen. Oder es auf dem Tisch zu treiben. Wirklich zu dumm.

Yami richtete sich auf und schmiegte sich an Kaibas angespannte Schulter, um auch einen Blick auf die Meute vor seinem Fenster zu werfen. Zumindest tat er so, als sei das der Grund. Unwillkürlich hielt er den Atem.

O Mann. Das waren aber wirklich eine MENGE Leute mit Kameras.

„Nun, ob es hundert oder vierhundert sind, ist doch egal, oder nicht?“ hakte er höflich nach. „Soweit ich eure modernen Medien verstanden habe, reicht doch EIN Foto schon aus -?“

„Genau. Und darum KOPF RUNTER!“ Bevor er etwas erwidern konnte, fand sich Yami auf dem Fußboden wieder, vor dem Fenster, Kaibas herrische Hand im Nacken, sein Gesicht nur wenige Zentimeter entfernt. Die Lippen bebend vor Zorn. Mhm.

„Ich versteh nicht, was so komisch ist,“ fauchte der CEO, als es auf dem strengen Gesicht ihm gegenüber zu leuchten begann.

Yami befeuchtete seine Lippen. „Nichts bestimmtes,“ schnurrte er leise. „Sagen wir, ich hab mir schon öfter vorgestellt, von dir mal auf die Fliesen runtergerückt zu werden. Nur nicht so.“

„Zum letzten Mal – warum lachst du?!“

„Weil DU nicht lachst, Kaiba.“

Die Antwort waren ein verächtliches Schnauben und ein blaues Glühen der Augen. Nichts erinnerte mehr daran, dass dieser Mann noch vor einer Stunde unter Yami gelegen und ihn stöhnend angefleht hatte, sein ledernes Hundehalsband unbedingt anzulassen.

Vor ungefähr einer Stunde nämlich waren Katsuya Yonouchi, Anzu Mazaki und Hiroto Honda auf die Idee gekommen, ihrem Freund Yûgi in seiner neuen Bude einen Besuch abzustatten, weil er sich doch bestimmt einsam fühlte so total allein und so.

Anzu hatte einen Nudelsalat und Yonouchi und Honda hatten einen Kasten Ingwerbier organisiert, und irgendwer hatten die tolle Idee, Yûgi zu überraschen. Also hatten sie die Tür mit dem Ersatzschlüssel aufgeschlossen und waren lautlos reingepirscht. Sekunden später hatten sie allesamt das Apartmacht fluchtartig verlassen.

Denn es war nicht Yûgi, den sie überraschten. Stattdessen trafen sie im einzigen Zimmer Yami an, der ohne Hemd – aber mit Halsband – auf Seto Kaiba saß, der sich seinerseits soeben den Rollkragenpullover vom Leib riss.

Schon nach diesem ersten Schock schien sich Kaibas Libido wieder in die dunkle Ecke verzogen zu haben, in der sie sich auch sonst immer rumtrieb. Yami hatte es kaum etwas ausgemacht. Seine Freunde würden sicherlich drüber hinwegkommen. Selbst Yonouchi, der irgendwie ausgesehen hatte, als habe er einen Herzinfarkt mit angekoppelter Magenkolik. Yami war von Natur aus vollkommen unfähig, sich für seine Handlungen zu schämen. Er traute seinem Instinkt.

Um so mehr ärgerte es ihn, dass Kaiba sich offenbar schämte.

Denn das war noch nicht alles. Kurze Zeit später hatte sich die Nachricht, dass die beiden berühmtesten Rivalen der Stadt sich heimlich zum Beischlaf trafen, wie ein Virus über die Stadt verbreitet, und hatte einen Sturm fast panikartigen Interesses ausgelöst. Der Bereich um Yamis Apartment war erbarmungslos mit Übertragungsbussen zugenagelt. Der Kaiba-Fanclub und der Yûgi-Fanclub waren angerückt und schienen sich, den Geräuschen nach zu urteilen, hinter der Barrikade zu prügeln.

Yami stöhne leise. Wenn man bedachte, dass Yûgi und er bei Opa Mûto ausgezogen waren, um MEHR Privatsphäre zu haben...

Und das schlimmste daran war: nun GAB es nicht mal Beischlaf.

„...ich KANN nicht fassen, dass du ALLEN deinen Freunden nen Schlüssel zu deiner Wohnung gibst,“ zischte Kaiba zum wiederholten Male. Er schien nicht zu wissen, wie niedlich es wirkte, wenn er versuchte, Yami mit dem Gesicht an der Bodenfliese vernichtend anzusehen.

Yami erwiderte den Blick unbewegt. „Es war ein Vertrauensbeweis,“ erklärte er, auch zum wiederholten Male. „Meine Heimat ist die Heimat all meiner Freunde – so in der Art.“ Er machte eine Grimasse. Mittlerweile war ihm die Sache auch etwas peinlich.
„Und außerdem hat mir Yugi erst Wochen später erklärt, dass so was heute nicht mehr üblich ist,“ erklärte er kühl.

Kaiba lachte, kurz und verächtlich. „Und? Welche von den Nieten hat uns an die Presse verkauft?“

Mit einem Moment hatte sich Yamis Gute Laune erledigt. „Kaiba,“ murmelte er leise, „KEINER meiner Freunde hätte uns verkauft. Warum fragst du nicht mal den Fahrer deiner Limou, die zwei Blocks von hier parkt? Glaub mir – die Leute, die mich lieben, halten besser dicht als die Leute, die du bezahlst.“

Es war diese uralte Debatte über Nutzlosigkeit von Freundschaften, die Kaiba hasste. „Stellst du die Integrität meiner Leute in Frage?“ stiess er in kleinen eisigen Silben hevor.

Sosehr er es auch mochte, Kaiba in die blitzenden Augen zu sehen, der kalte Boden wurde ungemütlich. „Ok. Das ist langweilig,“ stellte der Puzzlegeist fest und richtete sich wieder auf. Sorgsam staubte er seinen immer noch nackten Oberkörper ab. Kaiba hatte inzwischen natürlich seinen Mantel übergezogen. Als könnte er dadurch ungeschehen machen, dass er noch vor kurzer Zeit wilden Duellantensex mit seinem Erzrivalen haben wollte.

Yami liess sich aufs Bett nieder und beobachtete den anderen aus spöttischen Katzenaugen. „Aber du darfst natürlich so lange platt unter meinem Fenster liegen, wie du willst,“ sagte er großzügig, während er wieder nach seinen Karten langte.
11.5.06 13:58


Aus der 2. Reihe




Der Plan: Ich fand es damals irgendwie schade, dass Bakura und Marik keine echte kleine Abschiedsszene am Ende von BCT hatten...schließlich waren sie kein schlechtes Punk-Team. Und wenn man so zusammen Mord und Verderben anstrebt, kommt man sich doch näher, oder nicht...?^^ Ich hatte immer das Gefühl, es handelt sich irgendwie um eine verhinderte Liebesgeschichte. Das wollte ich hier ausdrücken.

Ist beinahe beendet worden. Aber das mit den zwei Bakuras ist wirklich verflucht anstrengend. OO“ Und auch insgesamt einfach zu viele POV-Wechsel. Ähm. Mein Lieblingspart: Maliks Kontaktanzeige.




*****

Man konnte vieles von Malik Ishtar behaupten – aber nicht, dass er vor drastischen Massnahmen zurückschreckte.

Trotzdem. Das hier war schon ziemlich verrückt.

Und zwar nicht auf die ihm vertraute Malik/Marik-Art verrückt, sondern auf eine vollkommen andere.

Menschlich verrückt. Zwischenmenschlich verrückt.

Das mochte er nicht so. Menschliches war nicht sein bevorzugter Wirkungsbereich.

Er spürte zwei Augenpaare im Rücken, als er entschlossen den Pier runterstapfte, auf die einsame Gestalt am Wasser zu.

Odeons Augen – irritiert, verwirrt und neugierig. Und Ishizus Augen –wie immer das Schlimmste vermutend.

Es tat ihm leid, was passiert war, aber dennoch – was diese Sache anging, da konnten sie ihn schlicht alle mal. Zurück in Kairo würde Ishizu ihn sowieso erst einmal an die kurze Leine nehmen, und das akzeptierte er – aber sie waren noch nicht zurück in Kairo, was verdammt noch mal bedeutete, dass er machte, was er wollte!

Seine rechte Hand umklammerten den kleinen Zettel, den er in der Hand hielt. Das hatte er sich mal irgendwo abgeguckt, dass man das so machte. Mit Zetteln.

Hoffentlich konnte man das Gekritzel überhaupt noch lesen.

Er verlangsamte seinen Schritt, als er sich der verlassenen Figur näherte, die hoffnungslos und niedergeschlagen aufs Meer hinausblickte, die Hände in den Taschen, für den Rest der Welt abgemeldet.

Das Gesicht war so blass wie die langen Haare aschweiß waren...die Lippen schmal und blutleer, der Blick verschleiert und irgendwie nicht wirklich vertrauenserweckend...

Malik stemmte die Hände in die schlanken Hüften und musterte die schmale Gestalt eingehend.

Das soll es also sein, Malik...? schalt er sich selbst. Konntest du dir nicht was...nun...was lebensfroheres aussuchen?

So sehr er sich auch irgendwo zwischen all dem Hass gewünscht hatte, er möge die Liebe doch noch eines Tages kennen lernen, warum musste er sich gleich eine Seele erwählen, die ebenso verloren war wie seine...?

Und als hätte Malik noch einen letzten Beweis gebraucht, öffnete der Blonde plötzlich den Mund und sagte etwas.

Nein, fauchte etwas. Als stecke er gerade mitten in einem wütenden Streit. Und dabei war niemand in Sicht und Malik noch hinter ihm.

Oh Ra. Nun redete er auch noch mit sich selbst.

Oder nein, natürlich nicht...das musste der Grabräuber sein.

Was Malik aber wirklich ernsthaft verstörte, war was der Kleine sagte.

„Blumengestecke machen ist eine kreative und ausgleichende Tätigkeit, merk dir das!“

...Blumengestecke...?!! Was zum...?!

Ach, was soll´s. Nun war es zu spät für einen Rückzieher.

Ok, der Kleine war also ein Freak, mit oder ohne Yami...aber ein Freak war er selbst auch. Und trotz seines absolut augenfälligen Sockenschusses war Bakuras kleiner Hikari schön, und er sprach eine Seite in Malik an, von der er bisher dachte, sie wäre außer Betrieb.

Malik sammelte sich. „He. Du.“

****

Ryou fühlte sich nicht in der Lage, an der ausgedehnten Abschiedsszene teilzunehmen.

Nicht in der Lage...? Wohl eher: nicht wert. Yami Yugi hatte die Welt gerettet – zumindest hatte er das Shizukas recht wirrer Zusammenfassung der Ereignisse entnommen – und was hatte er getan...?

Nun, er hatte Bakura an Bord geschmuggelt, was alle fast das Leben gekostet hätte, er hatte tagelang als hilflose Marionette für einen machtgeilen Geist hergehalten und war danach hilfreicherweise ins Koma gefallen.

Super Aktion. Wirklich. Er konnte froh sein, dass sie überhaupt noch mit ihm redeten...geschweige denn, ihn als Freund betrachteten. In diesem ganzen Abenteuer gab es wahrscheinlich nur eine einzige Person, die sich noch mehr schämte für alles als er. Und das war Malik Ishtar.

Malik...

Mit aller Kraft versuchte er, die Stimme zu überhören, die sich leise, aber vernichtend in seine Gehörgänge schlich. Aber es war sinnlos. Er war viel zu gewöhnt daran, ihr zu lauschen.

Vergiss es, Aibou. Vergiss es ganz schnell. Er mag dich nicht. Er mochte nur deinen schönen, prachtvollen...Milleniums-Ring...nein, unseren Milleniums-Ring.

Ryou fuhr zusammen.

Geh weg. Du kannst überhaupt nicht hier sein...das ist unlogisch. Du bist nicht Bakura. Du bist mein Minderwertigkeitskomplex...stimmt´s?

Die Stimme, die nur sein eigenes Ohr hören konnte, kicherte.

Da hast du wohl recht...eigentlich dürfte ich nicht mehr hier sein...aber so lange es deine Komplexe und deinen Selbsthass gibt, bin ich auch da. Wir sind eins. Ich bin deine dunkle Seite. Versteh das. Du solltest mir dankbar sein...

Bin ich nicht. Verschwinde.

...ohne mich wärst du immer noch der milchgesichtige kleine Langweiler, der du warst, bevor ich deinen Körper übernommen habe...denk nach – was gefällt dir besser...?Ohne mich hättest du bei diesem blöden Turnier gegen irgendeinen Grundschüler verloren, anstatt ins Finale einzuziehen. Erzähl mir nicht, du hast nicht mitbekommen, wie wir dem Pharao mit unserem Geisterdeck fast den Arsch versohlt hätten...Aibou...?

...und nenn mich nicht Aibou. Wir sind keine Partner!

...ohne mich...und ich denke, das ist wohl der Punkt...hättest du nie mit Malik Ishtar gesprochen. Ist doch mal was anderes, als heimlich in irgendwelche Mitschüler verknallt zu sein und den Mund nicht aufzukriegen, hmm? Aibou? Denkst du etwa, er hätte dich auch nur mit seinem hübschen kleinen Arsch angeguckt, wenn der Sennen-Ring nicht gewesen wäre...oder ich...?

Nur zu gern hätte Ryou nun einen guten Konter zur Hand gehabt, aber diese Wahrheit saß viel zu tief, um rasch darüber hinwegzukommen. Er spürte Tränen in seinen Augen stechen und biss sich auf die zitternde Unterlippe, die schon rau und wund war, weil das nicht zum ersten Mal tat.

Er spürte einen kleinen Salto im Bauch und erkannte, dass seine andere Seite Spaß an der Sache hatte.

Ohhh...da hab ich wohl genau auf den Nerv getroffen, was...?

Bakuras Stimme flackerte vor Schadenfreude.

Es stimmte. Das musste Ryou zugeben. Er und die Liebe waren...nun...sie waren nicht besonders gut miteinander bekannt. Er war zwar schon verliebt gewesen, und er wusste, dass sich ein ums andere Mal fast was ergeben hätte. Er wusste, dass er hübsch war, und dass sein Sanftheit auf so manchen anziehend wirkte.

Aber seine Sanftheit war auch das Problem. Er war zu scheu, er war ein Fluchttier. Bisher hatte es noch nie weiter gereicht, als dass er verträumt irgendeinen Namen in sein Notizbuch gekritzelt hätte und ihn nachts ins Kissen geseufzt...

Nicht zuletzt war es nicht gerade romantikfördernd, wenn man einen unberechenbaren Geist beherbergte.

Und dann...dann kam Malik.

Noch nie zuvor bei einer seiner Schwärmereien hatte Ryou etwas derartiges verspürt. Nun, genauer gesagt hatte er alles schließlich nur aus der zweiten Reihe wahrgenommen, denn Bakura war es, der die Begegnung zwischen ihm und Malik lenkte.

Aber erinnerte sich noch zu genau an das Herzflimmern, an das leichte elektrische Kitzeln, als ihn der schlanke dunkle Junge mit seinen unternehmungslustigen violetten Augen in Beschlag genommen hatte.

Augen, die so verhangen und unruhig waren wie seine eigenen. Er hatte die Anwesenheit eines Geistes verspürt, der so getrieben war wie er selbst. Und es hatte ihm gefallen.

Selbst wenn es in erster Linie um die Eroberung der Welt gegangen war...

Niemals in seinem Leben hatte er einen so schönen, vollkommenen Schulterschluss erlebt wie ihren, der kompromisslose Pakt zweier Verlorener...

Aber sein Yami hatte recht...als Malik ihn angegrinst hatte, hatte er den Grabräuber gemeint...nicht den stillen, zurückhaltenden Schüler und kleinen verträumten Duellanten, der irgendwo im selben Körper feststeckte.

Und er...? Er hatte während der ganzen Sache doch nur in der zweiten Reihe gesessen.

Malik war mysteriös, durchtrieben, und skrupellos...und er war...mhmm...er war halt eben Ryou...

Er traute sich nicht einmal, sich umzuwenden und einen letzten Blick auf die schöne, dunkle schmale Gestalt zu werfen, bevor diese auf Nimmerwidersehen nach Kairo verschwand.

Er war sich ziemlich sicher, sie hätten sich gut unterhalten können. Maliks Leben hätte ihn interessiert. All die langen, freudlosen Stunden unter der Erde, an der Gruft eines fremden, toten Pharaos...Einsamkeit, damit kannte Ryou sich aus. Er war sich sicher, sie hätten was zu Reden gehabt.

Na klar. Vorausgesetzt, du würdest die Zähne auseinander kriegen. Was nie passiert. Hier drin ist es so öde, ich strenge diese ganzen Schandtaten nur an, weil ich mich so mit dir langweile, weißt du...

Hör auf meine Gedanken zu lesen! Und verschwinde...!

Hör du auf zu winseln, Aibou. Sei froh, dass es mich gibt. Wenn ich nicht gewesen wäre, würdest du wahrscheinlich zu Hause in deinem Zimmer hocken und Blumengestecke binden oder so was...

So. Das ging zu weit. Er machte verdammt schöne Blumengestecke, und sein Yami wusste das!

Irgendetwas in Ryou schnappte über. Maliks schwindende Nähe, Bakuras Geflüster, die Katastrophe, die hinter ihm lag...

Bevor der heile Teil seines Verstandes ihn stoppen konnte, hob er den Kopf und fauchte:

„Blumengestecke machen ist eine sehr kreative und ausgleichende Tätigkeit, merk dir das!“

Whoops. Hoffentlich hatte das keiner gehört.

„He. Du.“

Verdammt!

Er blickte direkt in das Augenpaar, nach dem er sich sehnte – und wünschte sich ungewöhnlich intensiv, eine Papiertüte über dem Kopf zu haben.

Bakuras Kichern verhallte in seinen Ohren.

Sie starrten sich an. Malik Ishtar hatte diese blöde Eigenschaft, Menschen anzusehen, als blicke er auf den Grund ihrer Seele.

Das passte Ryou nicht besonders. Im Augenblick kam seine Seele ihm irgendwie recht unaufgeräumt vor – er wollte da keine Besucher. Und diesen vor allem nicht.

Andererseits, was konnte es Malik schon ausmachen...? Er musste eine hohe Toleranz besitzen, was Wahnsinn anging...wie hielt er es ansonsten aus mit...sich selbst?

Ryou probierte sein sanftes Lächeln bei dem anderen aus, aber es blieb ohne Effekt. Wen wunderte es. Sanftmut war wahrscheinlich das letzte, wovon Malik sich beeindrucken ließ.

Was Scheiße war. Denn seine Sanftmut war Ryous einzige Stärke.

Alles, was er tun konnte war, das lächerliche, zartschmelzende verliebte Flackern in seinen Augen unter Kontrolle zu halten...und die Situation mit Anstand über die Bühne zu bringen.

Er hörte sich stammeln: „B- Blumengestecke machen ist eins von meinen Hobbies....“

Malik erwiderte nichts. Er stand nur störrisch da und musterte Ryou distanziert, als sähe er sich einen bizarren, aber interessanten Film an. Seine Haut vibrierte an den Stellen, an denen Maliks Blick ihn streifte.

Der Blonde hustete sich umständlich einen Klotz aus der Kehle.

„Ich nehm mal an, ihr macht keine Blumengestecke bei euch zu Hause...? Kairo ist bestimmt trocken...ich hab mal so einen Bericht über die Dürre angeguckt im Fernsehen, aber das ist lange her, als wir Kabelfernsehen neu hatten...und....“

Was redete er da eigentlich?

Du machst das toll, Aibou, zwitscherte Bakura irgendwo weit hinten in seinem Gehirn. Wenn du ihm nun noch diese wilde Geschichte erzählst, wie du dir letzte Woche beim Duschen den Zeh angestoßen hast, ist er bestimmt total von dir fasziniert.

Bevor er dazu kam, noch mehr Blödsinn aus den chaotischen Weiten seines Verstandes heraufzubefördern, wurde er zum Glück von Malik unterbrochen, der sich gelangweilt erkundigte:

„Ist der Grabräuber da noch drin...?“

****

„Ich nehm mal an, ihr macht keine Blumengestecke bei euch zu Hause...? Kairo ist bestimmt ziemlich trocken...ich hab mal so einen Bericht über die Dürre angeguckt im Fernsehen, aber das ist lange her, als wir Kabelfernsehen neu hatten...und....“

Malik sah verschiedene Formen von Panik über das Gesicht des Blonden huschen und ergötzte sich einen Moment daran. Der kleine Hikari redete also nicht nur mit sich selbst, Smalltalk machen konnte er auch nicht.

Hm. Vielleicht sollte er das lassen und lieber zu Hause eine Kontaktanzeige schalten...?

(Sehr) Gutaussehender Pharaonenwächter, nur leicht beschädigt, sucht netten, sportlichen Mann von 17 – 21 im Großraum Kairo. Hobbies: Schattenspiele, Weltherrschaft planen, in dunklen Ecken rumschleichen, Tennis. Eventuelle Übernahme durch besessenen Geist und leichte mörderische Tendenzen dürfen kein Hindernis sein.

Gah...nein. Sie beide – er selbst und dieser verrückte Blonde – sie beide waren so unmöglich, dass sie wahrscheinlich eine gute Möglichkeit füreinander waren...

Und er mochte sowieso keinen Smalltalk. Außerdem stand dem kleinen Hikari diese panische Röte ausgezeichnet. Malik entging nicht, wie der andere sich mit diesem harmlosen Grinsen abmühte, aber seine Augen sprachen eine vollkommen andere Sprache. Der Blick des Blonden war weich und süß und erinnerte Malik irgendwie an langsam schmelzende Schokolade.

Er war noch nie mit solchen Augen angesehen worden. Es kitzelte ein bisschen in seiner Magengegend, auf eine fremde, aber durchaus angenehme Art. Er mochte das Gefühl. Er wollte mehr davon.

Aber Spaß beiseite. Erst mal mussten die letzten Hindernisse weggeschafft werden.

„Ist der Grabräuber da noch drin...?“

****

Er spürte den Triumph seines Yamis, noch bevor er ihn hörte.

HA! Was hab ich gesagt? Er interessiert sich nur für mich. Du bist nur ne leere Keksdose in seinen Augen, Aibou! Geh zurück in die Sandkiste und such dir Leute auf deiner Augenhö...-

„Halt die Klappe!“

Malik hob eine mürrische Augenbraue. „Kein Grund, verletzend zu werden,“ fauchte er entrüstet.

„Ich rede nicht mit dir“, murmelte Ryou bedrückt. „Ich rede mit ihm.“

Komisch. Wenn er so was zu Malik sagte, hörte es sich nicht so geistesgestört an wie sonst.

Malik nickte zufrieden. „Fein. Kannst du ihm was von mir ausrichten...?“

Enttäuscht ließ Ryou die Schultern hängen. Na schön. Dann war er eben eine Keksdose, für die sich kein Mensch interessierte, vor allem nicht schöne Grabwächter.

Aber das bedeutete nicht, dass er das nicht mit Würde überstehen konnte.

Er richtete sich auf. „Was ist es?“

Malik verschränkte seine nackten, dunklen Arme. „Richte ihm aus, es tut mir leid für ihn. Dass es nicht funktioniert hat. Mit der Weltherrschaft und so.“

Die Mixtur aus Unwilligkeit und Ehrlichkeit in Maliks Stimme war irgendwie reizend. Wider Willen musste der blonde schmale Duellist lächeln.

Sag ihm, er kann uns mal kreuzweise! Sag es ihm!

Ryou sagte: „Ach, ich bin sicher, er verkraftet das schon....“

„Und richte ihm aus,“ ein hinterlistiges Grinsen umspielte Maliks dunkle Züge. „Dass es mir trotzdem Spaß gemacht hat. Mit ihm zu arbeiten.“

Du wolltest meinen Gastkörper kaputtmachen, du Arsch! Er schuldet uns was!

„Es war uns ein Vergnügen,“ sagte Ryou mit einer scheuen Verbeugung. „Dich zu treffen.“

Malik hob skeptisch eine Augenbraue. „Wirklich?“

Ryou spürte Bakura gegen die Innenwände seines Körpers wüten.

Gah! Aibou! Ich wusste, dass man krank vor Hass sein kann, aber deine krankhafte Nettigkeit ist auch nicht besser! Er ist dein Feind, um Ras Willen!

„Doch. Wirklich.“ sagte er schüchtern. „Also...mir zumindest war es ein Vergnügen.“

Du machst dich lächerlich.

In Maliks dunklem Gesicht zuckte es. „Dann hast du eine komische Vorstellung von Vergnügen.“

Der Blonde hob die Schultern. „Kann sein. In meinem Leben passiert normalerweise nicht so viel...“

Das kannst du laut sagen...

Malik lächelte trocken. Wahrscheinlich hatte er nicht damit gerechnet, dass ihm irgendwer für seinen verrückten Plan noch danken würde. „Na dann. Freut mich, dass ich helfen konnte.“

„Dito.“

Sie standen zusammen am Wasser, weit entfernt von den anderen, und einen Moment schien es so, als würden sie sich tatsächlich verstehen... Mit einem kleinen Seufzen stellte Ryou sich auf den Abschied ein. Er streckte die Hand aus. „Also...“

„Warte.“ Der andere hörte, wie Malik sachte nach Luft schnappte...als bräuchte er eine Menge Luft, um weiterzusprechen. „Ich habe noch eine letzte Frage an den Grabräuber.“

„Was ist es...?“

Ziemlich abrupt sah Malik wieder hoch. Er sah ihm direkt in die Augen. Das Zucken in seinem Gesicht nahm bedenkliche Formen an. Fast Marik-Formen, aber es war unzweifelhaft Malik, der sich hier quälte.

„Ich wollte fragen,“ sagte Malik, sein Gesicht noch immer unkontrolliert zuckend, „ob es ihm was ausmacht, dass ich mich für seinen Körper interessiere.“

WAS?!

Einen Augenblick kniff Ryou die Augen zusammen. In seinem Gehirn arbeitete es.

Bakuras Körper....?

Nein!

Aber Bakura hatte keinen eigenen Körper...

Nein!

Bakuras Körper war doch...

Neeeein!

....ER!

****

„Was ist es...?“

Malik konnte den anderen eine Sekunde über nicht mehr ansehen. Er hasste sich selbst für diese kleine Schwäche, aber er musste eine Auszeit nehmen und sich die Steine unter ihren Füssen ansehen.

Steine waren beruhigend.

Er hatte noch nie etwas derartiges gesagt.

Er hatte auch geglaubt, er würde nie etwas derartiges sagen müssen...

Er hatte einfach zu fest daran geglaubt, dass er der Herrscher über die Welt werden würde, der Erbe der Milleniums-Reichtümer.

Und Herrscher der Welt brauchten nicht zu fragen – die Menschen hätten ihm zu Füßen gelegen und ihn um seine Gunst angebettelt...

Nun musste er eben umdisponieren.

Wenn bloß sein Gesicht aufhören würde, zu zucken.

Also schön. Nun war der Moment da.

„Ich wollte fragen, ob es ihm was ausmacht, dass ich mich für seinen Körper interessiere.“

Er sah den Mund den Kleinen auffliegen, zusammen mit seinen Augen. Offensichtlich hatte er Probleme, die Botschaft zu verarbeiten. Langsam, nur sehr langsam zeichnete sich Erkenntis auf seinem blassen Gesicht ab, das graduell immer blasser wurde.

Es sah entzückend aus.

Malik wartete. Scham, Scheu und verletzter Stolz liefen in seiner Brust Amok. Er hatte sich eben erst dran gewöhnt, dass er andere Menschen mögen konnte...aber es war wirklich unzumutbar, es auch noch zugeben zu müssen!

Fünf.

Vier.

Drei.

Zwei.

Eins....

„....mich...?“

Na bitte.

****

Seltsamerweise richtete sich sein erster Gedanke an Bakura.

Der Gedanke war: Na? Was sagst du NUN?

Bakura stöhnte.

Während Malik, immer noch die Arme verschränkt, auf eine Reaktion wartete, bekam Ryou zum allerersten Mal in seinem Leben ein Gefühl dafür, was Triumph bedeutete.

Malik wollte ihn.

Aber Ryou war nicht der Typ für Triumphe. Sein zweiter Gedanke war Flucht.

Er spürte bereits den Impuls in seinen Beinen...den Impuls, sich rückwärts zu entfernen, immer schneller werdend...

Aber heute nicht. Nein, heute würde er nicht flüchten.

Er schluckte. „Das...kommt spät.“ würgte er.

Malik wirkte zerknirscht. Ob wegen des Geständnisses selbst oder weil das stimmte, war schwer zu sagen. „Ich weiss. Zu blöd. Aber...“

Nun erst fiel Ryou der kleine Zettel auf, den Malik so fest umklammert hielt, dass er sich in ein winziges Kügelchen verformt hatte. Er streckte steif den Arm aus und hielt es Ryou hin.

Vorsichtshalber trat Ryou einen Schritt zurück. „Was...was ist das...?“

„Unsere Adresse in Kairo. Und....“ Malik seufzte schwer. Das Zucken, das er bis eben wieder erfolgreich auf seinen rechten Mundwinkel eingegrenzt hatte, breitete sich erneut über sein Gesicht aus. „Meine Telefonnummer.“

Er soll ihn sich sonst wohin stecken!

Ryou nahm ihn.
11.5.06 14:02


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